Monats-Archiv für Dezember 2008

Die Versorgung der Neumayer III Baustelle und weiße Weihnachten durch ein Sturmtief über dem Baucamp

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Forschungsschiff Polarstern: Wir nähern uns der Atka Bucht. Wegen des dichten Eises hat die Schiffsführung entschieden, eine Meereisentladung durchzuführen. Der Weg an die Eiskante ist noch immer versperrt. Und diesen bis zu einer geeigneten Stelle frei zu rammen, an der die Eiskante niedrig genug für die Kräne der Polarstern ist, wäre zu aufwändig.

Langsam nähert sich der Bug des Deutschen Forschungs-Eisbrechers dem Rand des festen Meereises und schiebt sich immer weiter auf dieses hinauf. Es kracht, und das Eis bricht unter dem Gewicht des schweren Rumpfes, bis nach einer guten Schiffslänge kein Weiterkommen mehr ist.
Angekommen! Die Polarstern liegt sicher inmitten des Meereises, und am Horizont kann man die wenigen über dem Eis liegenden Aufbauten der Neumayer II Station erkennen. Die Neumayer III Baustelle liegt noch immer hinter einem riesigen Eisberg verborgen, fast als sollten wir uns aus der Ferne noch kein Bild des Baufortschrittes machen können.

Schon nach kurzer Zeit sind die ersten Pistenbullys am Horizont der zerklüfteten Eislandschaft zu erkennen. Man hat uns bereits erwartet, und auch an Bord brennen alle darauf, den ersten Schritt auf den antarktischen Kontinent zu setzen. Für viele ist es das erste Mal, und die Wetterbedingungen könnten nicht besser sein, die Weite und Einsamkeit dieses Ortes zu erfahren. Vereinzelte Pinguin-Gruppen passieren das Treiben rund um die Polarstern und wundern sich vielleicht über die Kameraden in Rot.

Während die einen im Umkreis der Polarstern ihre Erkundungsgänge bestreiten, hat an Bord und auf dem Eis die Entladung für die Neumayer II Station und die Neumayer III Baustelle begonnen. Die Kräne der Polarstern heben die Container über die Bordwand auf die bereitgestellten Lastenschlitten auf dem Eis. Von dort aus wird alles über das Meereis mit Pistenbullys zur Neumayer II Station und Neumayer III Baustelle gezogen. Eine mühevolle Aufgabe, denn der Winter hat seine Spuren hinterlassen, und aufgetürmte Schollensysteme erlauben der Karawane keinen direkten Weg zur Eisrampe, die vom Meereis auf das Schelfeis führt.

Auf der Baustelle Neumayer III hat sich nach der Fertigstellung des Stahlbaus weiter viel getan. Wir hatten vor unserer Ankunft hier natürlich immer wieder Fotos gesehen. Aber wenn man dann vor Ort steht und sieht, was in dieser Saison schon alles geschafft wurde und welche Dimensionen die Station angenommen hat, ist man sprachlos.

Die Fassade ist mit jedem Tag gewachsen. Auf beiden Längsseiten der Station heben die Krane ein Fassadenstück nach dem anderen an das Stahlgerippe, und die Monteure dirigieren die großen Platten der Außenhaut an Ort und Stelle.

Die Fassade der Neumayer III Station ist 12 cm dick. Innen und außen umschließt jeweils 1 mm Stahlblech den inneren Kern aus PU-Schaum. Die Sandwich-Bauweise ist leicht, stabil und isoliert den Innenraum auch gegen die extremen Temperaturen der Antarktis.

Die Arbeiten liegen gut im Zeitplan. Trotzdem zählt jedes Teil der Hülle, denn ein Sturm zieht auf. Über die Feiertage bis zum Jahreswechsel sagen die Meteorologen starke Winde und Schneefall voraus. Das Ziel ist es, den bisherigen Bau so dicht wie möglich zu bekommen, so dass möglichst wenig Schnee in das Innere gelangen kann.
Am Tag des Wetterwechsels ist die Ostseite komplett geschlossen, an der Westseite fehlt noch gut ein Drittel der Fassade. Die Kopfenden der Station nach Norden und Süden stehen noch vollständig offen.

Doch der Sturm wartet nicht, und mit dem 24.12. jagen die ersten Sturmböen über die Baustelle und das Baucamp. Der Gang zum und vom Camp wird immer beschwerlicher. So auch am Heiligabend: Weiße Weihnachten, irgendwie passt das Wetter zu diesem Anlass, aber ganz so verschneit hätte es für die Baumannschaft sicherlich nicht sein müssen. Das Abendmahl des 24. fällt üppig aus. Traditionell gibt es Gans und Rotkohl, und eine CD mit Weihnachtsliedern in Dauerschleife versprüht wenigstens ein bisschen Weihnachtsstimmung. Insgesamt bleibt es aber sehr ruhig. Viele sind mit ihren Gedanken an diesem Abend nicht in der Antarktis, sondern zu Hause bei ihren Familien.
Der Morgen des ersten Weihnachtstages beginnt statt um sieben Uhr erst um zehn Uhr morgens, und bei den ersten Schritten aus dem Baucamp wird deutlich, was sich über Nacht zusammengebraut hat.

Vom Baucamp aus ist die Station nicht mehr zu sehen. Schneetreiben und orkanartige Winde erlauben eine Sicht von gerade einmal fünf bis zehn Metern. Hintereinander her stemmen sich die Männer entlang der Sicherheitsleine gegen den beißenden Wind und die Eiskristalle. Auf der zweiten Hälfte der Strecke wird die Kontur der Station langsam wieder sichtbar. Der hohe Bau liegt oberhalb des Schneetreibens und ist daher noch relativ gut zu erkennen.
Im Bau angekommen wird es ruhiger. Die meisten Räume und Flure sind gut geschützt und vom Sturm unversehrt geblieben. Nur in der Galerie der Station, die außen direkt hinter der Fassade verläuft, wurde gerade auf der Westseite, an der die Fassade noch nicht ganz geschlossen ist, der feine Schnee durch jede Ritze gedrückt.
Trotzdem: Es hätte weitaus schlimmer kommen können, und die Bauarbeiten können im Inneren der Station weitergehen. Es werden Kabel gezogen, die Stationscontainer werden isoliert und die Hauptverteilertafeln der Energiezentrale der Station werden eingerichtet. So funktionieren nach und nach die Steckdosen der einzelnen Container, und hier und da kann schon die Deckenbeleuchtung angeschaltet werden.
Auch der zweite Weihnachtstag ist von Sturm geprägt. Und am Morgen des 27. Dezembers versperrt eine drei Meter hohe Schneewehe den Eingang des Baucamps, und durch die Fenster ist nichts als Schnee zu sehen. Mit Schaufeln, Bagger und Pistenbullys wird das Camp und der Weg zur Baustelle wieder freigelegt. Im Tagesverlauf nimmt auch der Wind und der Schneefall ab. Doch dies war nur das erste der drei Sturmtiefs, die für die nächsten Tage angekündigt sind. Die gute Nachricht: Die Arbeiten im Inneren der Station können fortgeführt werden und machen große Fortschritte.


Die Ereignisse überschlagen sich

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Die Polarstern ist da! Gestern, am Mittwoch den 17.12. konnten wir endlich die lang ersehnte Rauchsäule am Horizont ausmachen.  Immer wieder ertappte man sich und andere beim Blick auf das Meer, wo sich die Polarstern mit aller Kraft gegen das Packeis drückt. Die Funkgeräte stehen nicht still und trotz des trüben Morgens sind alle Mienen deutlich erhellt.

Jeder hat so seine eigenen Gründe heute gut gelaunt zu sein. Die einen bekommen neuen Proviant, die Nächsten warten auf Ersatzteile oder Post von zu Hause.  Die „Altüwis“ haben mit Freuden Ihre „Neuüwis“ in Empfang genommen und beginnen nun mit der Einarbeitung der Neuankömmlinge. Wieder andere sehen Ihren letzten Tagen hier entgegen, werden sie doch mit der Polarstern die Heimreise antreten. Und so wird auch dies der letzte Wochenbericht von uns, dem Team 1 von realnature.tv sein. In der nächsten Woche schreiben ihnen dann Michael und Martin von Team 2.

In Bezug auf die Baustelle gibt es gute Neuigkeiten. Es sind mittlerweile alle Container verbaut. Mit vereinten Kräften wurden die letzten Kraftwerkscontainer an ihre Position im nördlichen Teil der Station verbracht und ausgerichtet. Damit hat man nun endgültig einen guten Eindruck davon wie die Station am Ende aussehen wird. Im ersten Deck reihen sich die Container der Technik, Kommunikation, des Hospitals und die Aufenthaltsräume aneinander. Im zweiten Deck dann die Unterkünfte und Laboratorien.  Im Moment wirken die Unterkünfte der Bewohner zwar schon gemütlich, aber noch etwas steril. Aber dies wird sich wohl bald ändern, wenn jeder seinen individuellen Touch mit in die Station und seinen Container bringt. Auch der Ausblick aus den Containern ist atemberaubend. Und das einstrahlende Sonnenlicht könnte etwas ermöglichen wovon Generationen von Neumayer-Bewohnern geträumt haben dürften: Zimmerpflanzen. Obwohl diese in den Wintermonaten sicher noch etwas künstliches Sonnenlicht gebrauchen könnten.

Nachdem alle Container standen, konnten auch die Stahlarbeiter ihr Gewerk vollenden. Die letzten Stahlstreben sind eingezogen und verschraubt. Somit ist die tragende Stahlkonstruktion nun komplett und es wurde begonnen die Seitenteile der Außenfassade zu montieren. Die Ballonhalle wird am Boden vormontiert und soll innerhalb der nächsten Wochen auf die Station gehoben werden.
Nebenbei sei noch zu erwähnen, dass wir die Aufmerksamkeit der Nachbarschaft auf uns gezogen haben. Vor vier Tagen haben wir Besuch von ihrem Botschafter bekommen. Ein kleiner Adelie Pinguin hatte sich in Baucamp und Station verirrt. Niemand konnte sich einen Reim darauf machen, warum ausgerechnet dieser kleine Gesell sich den weiten Weg gemacht hat. Vermutlich hatte er sich einfach nur verirrt. Nach einigen Stunden im Baucamp, einem kleinen Sonnenbad und ausführlicher Begutachtung der Station machte er sich dann aber wieder auf den Weg. Glücklicherweise diesmal in die richtige Richtung, zurück zur Eiskante.

Wir möchten uns nun an dieser Stelle von Ihnen verabschieden. Wir müssen unsere Sachen packen, denn morgen kommt der Helikopter, der uns auf die Polarstern bringt. Es hat uns viel Spaß gemacht und wir wünschen dem kompletten Bauteam weiterhin noch viel Erfolg, gutes Gelingen und natürlich frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Wobei man das mit dem Rutschen hier unten nicht zu wörtlich nehmen sollte.


20 Meter über dem Eis der Antarktis

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Ein unglaublicher Anblick. Man steht in ca. 20 Metern Höhe auf dem Dach der neuen Antarktisstation und lässt den Blick schweifen. Man kann hier bei gutem Wetter ebenerdig schon 75 Kilometer in jede Richtung gucken, ohne dass einem irgendetwas die Sicht versperrt. Diese Sicht ist hier oben ist mit nichts anderem als „grandios” zu beschreiben.

Gut, das „Dach” ist zurzeit zwar noch nur ein ziemlich breiter Stahlträger, aber die Höhe und Aussicht ist schon beeindruckend. Mit ein wenig Neid, aber auch viel Hochachtung muss ich an die ersten Überwinterer denken die diese Station bewohnen dürfen.

Auch der Ausblick aus dem Panoramafenster auf der Südseite der Station lässt auf viele grandiose Fotos hoffen, die wir in den nächsten Monaten von den Überwinterern erhalten werden. Noch ist dieser Bereich aufgrund der fehlenden Isolierung noch ein wenig zugig, in Gedanken habe ich doch schon meine erste Tasse Kaffee dort getrunken. Mit Blick auf einen anständigen antarktischen Sturm und viel Schneedrift.
Für die wohlige Wärme dort oben dürften die Wärmeheizkraftwerke sorgen. Diese wurden in den letzten Tagen in den Stahlkäfig eingesetzt. Somit fehlen in der Station nicht mehr viele Container. Das „erste” Stockwerk ist komplett aufgestellt und ausgerichtet. Und auch in der oberen Ebene reihen sich schon die ersten Container aneinander.

Bei durchgehend gutem Bauwetter wurde in der letzten Woche viel geschafft. Der Stahlkäfig wächst beständig. Die massigen Binder, welche oben über der Station die Stützen eben verbinden verschwinden so langsam aus dem Umfeld der Station und schweben über die Station, wo sie mit dem Rest des Stahlbaus verschmelzen. Es folgend die unzähligen kleinen Verstrebungen -die Fetten-, Winkel, Schürzen, etc. Mit einiger Bewunderung sehen wir denen zu, die offensichtlich den Überblick behalten, was wo hin gehört. Wir als außen stehende gucken nur dumm, wenn es darum geht die komplizierten Baupläne zu lesen.

Insgesamt wird die Baustelle etwas ruhiger. Nicht weil etwa weniger getan wird, sondern weil die Dimensionen einfach deutlich zugenommen haben. Konnte man am Anfang noch alles Überblicken und hat jeden Arbeiter sofort gesehen, so verteilt sich nun alles auf Garage, das Untergeschoss, die Stockwerke 1 und 2 und natürlich das Dach. Die Suche nach einem Werkzeug kann so mittlerweile schon zu einer Odyssee durch diverse Container und Stockwerke ausarten.

Die Fassadenbauer haben die Unterseite des Stahlkäfigs fast fertig. Eine zurzeit noch sehr mühevolle Arbeit, denn wie gesagt: es ist die Unterseite. Über Kopf und in gebeugter Haltung haben sie wohl im Moment den undankbarsten Job auf dieser Baustelle. Obwohl sie dazu noch ständig kaltem Wind und brennender Sonne ausgesetzt sind, wird die Arbeit ohne Murren erledigt.

Das Baucamp selber ärgert uns im Moment ein wenig. Nach den Wasserfällen von Schmelzwasser in der letzen Woche hat sich der Wärmetauscher diese Woche überlegt den Geist aufzugeben. Dieser dient dazu die Abwärme der Generatoren zu nutzen, um in der Schneeschmelze das nötige Frischwasser für das Baucamp zu produzieren. Dieser Vorgang dauerte aber immer länger.

So musste der Wärmetauscher völlig entrußt werden, damit auch weiter genug Wasser für Küche, Duschen und Toiletten verfügbar ist. Dies dauerte aber mehrere Stunden und musste gut geplant werden um nicht der Küche die Arbeit zu erschweren, oder einem der Arbeiter die wohl verdiente Dusche zu verwehren.
Es wurden von vier Tapferen auch drastische Maßnahmen zur Gewichtserhaltung eingeführt. Frischere Luft als hier gibt es nicht. Und da diese ja bekanntlich den Hunger treibt wird man schnell dazu verführt das gute, nahrhafte Essen der Küche in mehr als gesunden Portionen zu konsumieren.
Infolgedessen gibt es nun einen…nennen wir Ihn mal „Gewichtsbeobachter-Tisch” um nicht eventuelle Markenzeichen zu verletzten. Jeden Montag wird gewogen. Wer zugenommen hat bekommt einen roten Smiley, wer abgenommen hat einen grünen Smiley und wer das Gewicht gehalten hat einen gelben Smiley auf seinen über dem Tisch hängenden Zettel geklebt.

In Kapstadt hat währenddessen die Polarstern abgelegt und ist auf dem Weg zu Neumayer. Sehnlichst wird der Nachschub an Ersatzteilen, Nahrung und anderem erwartet.

Auch unsere Ablösung ist mit unterwegs. Und so endet langsam unsere Zeit hier. Aber nächste Woche werden wir Ihnen noch einmal schreiben. Bis dahin!
Grüße aus der Antarktis!


Schneedrift und Sonnenschein

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Die Dritte Woche ist vorbei. Sie endete mit 30 Knoten Wind, heftiger Schneedrift und einer Sicht von zeitweise unter 40 Metern. Durch die starke Drift kam die Rampe der Garage zu ihrem ersten Einsatz. Der große Stahldeckel wurde geschlossen, so dass im Inneren der Garage weitergearbeitet werden konnte. Die Baumannschaft die sonst draußen beschäftigt war, half Ihren Kollegen dieser Tage beim Innenausbau. Die vierte Woche beginnt nun im Gegensatz zur letzten, wieder mit strahlend blauem Himmel und sehr wenig Wind.

Eine augenscheinlich sehr angenehme, aber genau so tückische Mischung. Denn hier unten ist Sommer. Der fehlende Wind verleitet dazu die schützende Skimaske zu lüften und das ohnehin schon sonnengegerbte Gesicht zu lang der Sonne auszusetzen. Trotz Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor 30 und höher, sieht man den Gesichtern der Arbeiter die Zeit unter antarktischer Sonne an. Und auch im Baucamp selbst, machte sich das Wetter bemerkbar. Bei starker Sonne und nur -3°C fing die Schneedecke auf den Baucamp an zu tauen und das Schmelzwasser sorgte für kleine Wasserfälle auf den Gängen des Camps.

Vor allem aber hat das milde Wetter auch für gutes Vorankommen auf der Baustelle gesorgt. Das Stahlgerüst wächst stetig weiter und man kann nun schon die spätere Form der Station erkennen. Die Stations-Container werden von einem großen Stahlkorb geschützt, der später noch mit einer isolierenden Fassade verkleidet wird.

Die ersten Stationscontainer haben auch schon den Weg an ihren Platz gefunden. Nach und nach schweben sie über der Station ein und werden auf dem letzen Stück von den Arbeitern zentimetergenau in ihre Halterungen manövriert. Teils durch das Geschick der Kranfahrer und manchmal auch nur mit einem Kantholz und der guten alten Hebelwirkung, finden die Container so auf ihren Platz.

Die Fahrer in den schweren Räumgeräten haben in den letzten Tagen alle notwendigen Elemente für die Station aus dem Schnee befreit. Für jemanden aus dem eher schneearmen Deutschland ist die Vorher-Nachher Situation der ausgegrabenen, oder besser freigelegten, Elemente ein schwer zu greifendes Bild. Wir leben hier auf einer großen, freien und weißen Fläche. Da sind vier Meter Höhenunterschied am Horizont noch keine Veränderung. Und so kann es sein, dass an einem Platz, der gestern noch leer schien, heute plötzlich eine kleine Kolonie gigantischer Holzkisten steht. Nur das diese Kisten schon seit 8 Monaten dort sind. Und es ist nur der Schnee um sie herum entfernt und der Boden weiträumig eingeebnet worden.

Parallel zu all dem, montieren die Fassadenbauer die Bodenisolierung an der Unterseite des Stahlkorbes. Mehrere Meter große, stark isolierende Platten werden mit Kran und Hydraulikbühne unter die Station gehoben und dort befestigt.
Und während oben die eigentliche Station entsteht, wachsen 10 Meter weiter unten die Versorgungsleitungen. Zunächst noch mit Notbeleuchtungen wurden und werden die Rohrleitungen für die Heizung und die Kabel für die Beleuchtung verlegt. Zudem werden die Leitungen der speziellen Hydraulikanlage nach und nach befüllt.
Nachdem für Licht im Inneren gesorgt war, konnte auch mit dem Einsetzen des Fahrstuhlschachts begonnen werden. Stück für Stück werden die Stahlrahmen des Schachts durch den knapp 30 Meter Hohen Treppenturm eingelassen, ausgerichtet und verschraubt. Am Ende wird der Aufzug Lasten bis zu 1500 Kg befördern können.

Es hat eindeutig die notwendige Routine Einzug erhalten. Unterbrochen nur, von kleinen Störungen. Heute ist eine kleine Sicherung eines Kranes durchgebrannt. Und auch wenn hier möglichst viele Ersatzteile vorrätig sind, konnte man natürlich keinen weiteren Kran in Einzelteilen mitnehmen. So wurde eben vor Ort eine Sicherung von Hand produziert und eingebaut. Man kann in der Antarktis bauen, man braucht nur entweder die richtigen Ersatzteile oder das nötige Know-how.