Die Ereignisse überschlagen sich

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Die Polarstern ist da! Gestern, am Mittwoch den 17.12. konnten wir endlich die lang ersehnte Rauchsäule am Horizont ausmachen.  Immer wieder ertappte man sich und andere beim Blick auf das Meer, wo sich die Polarstern mit aller Kraft gegen das Packeis drückt. Die Funkgeräte stehen nicht still und trotz des trüben Morgens sind alle Mienen deutlich erhellt.

Jeder hat so seine eigenen Gründe heute gut gelaunt zu sein. Die einen bekommen neuen Proviant, die Nächsten warten auf Ersatzteile oder Post von zu Hause.  Die „Altüwis“ haben mit Freuden Ihre „Neuüwis“ in Empfang genommen und beginnen nun mit der Einarbeitung der Neuankömmlinge. Wieder andere sehen Ihren letzten Tagen hier entgegen, werden sie doch mit der Polarstern die Heimreise antreten. Und so wird auch dies der letzte Wochenbericht von uns, dem Team 1 von realnature.tv sein. In der nächsten Woche schreiben ihnen dann Michael und Martin von Team 2.

In Bezug auf die Baustelle gibt es gute Neuigkeiten. Es sind mittlerweile alle Container verbaut. Mit vereinten Kräften wurden die letzten Kraftwerkscontainer an ihre Position im nördlichen Teil der Station verbracht und ausgerichtet. Damit hat man nun endgültig einen guten Eindruck davon wie die Station am Ende aussehen wird. Im ersten Deck reihen sich die Container der Technik, Kommunikation, des Hospitals und die Aufenthaltsräume aneinander. Im zweiten Deck dann die Unterkünfte und Laboratorien.  Im Moment wirken die Unterkünfte der Bewohner zwar schon gemütlich, aber noch etwas steril. Aber dies wird sich wohl bald ändern, wenn jeder seinen individuellen Touch mit in die Station und seinen Container bringt. Auch der Ausblick aus den Containern ist atemberaubend. Und das einstrahlende Sonnenlicht könnte etwas ermöglichen wovon Generationen von Neumayer-Bewohnern geträumt haben dürften: Zimmerpflanzen. Obwohl diese in den Wintermonaten sicher noch etwas künstliches Sonnenlicht gebrauchen könnten.

Nachdem alle Container standen, konnten auch die Stahlarbeiter ihr Gewerk vollenden. Die letzten Stahlstreben sind eingezogen und verschraubt. Somit ist die tragende Stahlkonstruktion nun komplett und es wurde begonnen die Seitenteile der Außenfassade zu montieren. Die Ballonhalle wird am Boden vormontiert und soll innerhalb der nächsten Wochen auf die Station gehoben werden.
Nebenbei sei noch zu erwähnen, dass wir die Aufmerksamkeit der Nachbarschaft auf uns gezogen haben. Vor vier Tagen haben wir Besuch von ihrem Botschafter bekommen. Ein kleiner Adelie Pinguin hatte sich in Baucamp und Station verirrt. Niemand konnte sich einen Reim darauf machen, warum ausgerechnet dieser kleine Gesell sich den weiten Weg gemacht hat. Vermutlich hatte er sich einfach nur verirrt. Nach einigen Stunden im Baucamp, einem kleinen Sonnenbad und ausführlicher Begutachtung der Station machte er sich dann aber wieder auf den Weg. Glücklicherweise diesmal in die richtige Richtung, zurück zur Eiskante.

Wir möchten uns nun an dieser Stelle von Ihnen verabschieden. Wir müssen unsere Sachen packen, denn morgen kommt der Helikopter, der uns auf die Polarstern bringt. Es hat uns viel Spaß gemacht und wir wünschen dem kompletten Bauteam weiterhin noch viel Erfolg, gutes Gelingen und natürlich frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Wobei man das mit dem Rutschen hier unten nicht zu wörtlich nehmen sollte.

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