Richtfest an Neumayer-Station III und das erste wissenschaftliche Observatorium wird eingerichtet.

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Die Tage an der Baustelle Neumayer III vergehen wie im Fluge. Um sieben Uhr morgens ist Baubeginn, und der Gang zum Arbeitsplatz durch Schnee und Eis ist längst zur täglichen Routine geworden. Schon über zwei Monate arbeitet die Mannschaft ohne Pause und treibt den Bau voran.

Die Zeit und Anstrengungen haben ihre Spuren hinterlassen. Die Abende im Baucamp sind ruhig und kurz. Jeder versucht die Stunden Schlaf zu nutzen. Bis zum nächsten Morgen, wenn die Baustelle wieder zum Leben erwacht.

Inzwischen arbeiten die Männer an den letzten Fassadenteilen an der Südseite der Station, und auf dem Dach wird damit begonnen Laufstege, Geländer und diverse Antennen zu montieren.
Im Inneren verschwinden langsam die Bauspuren, und man bekommt immer mehr einen Eindruck, wie es in wenigen Wochen in der Station aussehen wird.

Setzt man sich in eines der durch Heizlüfter erwärmten Zimmer und schaut durch das Fenster in das weite Weiss, könnte man die Baustelle und das Gewusel um einen herum fast vergessen. Doch spätestens der rege Funkverkehr auf der Baustelle reißt einen zurück in die Realität. Dort werden neue Container mit verschiedensten Baustoffen benötigt, die Baufahrzeuge müssen nachgetankt werden und eine der Hebebühnen hat sich in dem weichen Schnee fest gefahren und muss mit dem Pistenbully heraus gezogen werden.

Etwa 150 Meter von der Station entfernt wurde bereits das Fundament für die Windkraftanlage in das Eis gesetzt. In einzelnen Schritten wird nun der Mast darauf errichtet, und die Spezialisten haben begonnen, die Schalttafeln in der Energiezentrale der Station einzurichten. Mit dem letzten Flug aus Kapstadt sind weitere Techniker und auch Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Institutes eingeflogen worden. Sie beginnen dieser Tage, die ersten wissenschaftlichen Observatorien aufzubauen.

So auch das Spurenstoff Observatorium, kurz Spuso genannt, welches gut 2 Kilometer von der Station entfernt auf einer Plattform über dem Eis montiert wurde. Insgesamt arbeiten zur Zeit mehr als 80 Menschen an der Neumayer III Station, den Observatorien und der Windkraftanlage, und alle arbeiten Hand in Hand, um die Station zum Laufen zu bringen.

Trotz all der Anstrengungen und des engen Zeitplans durfte an der südlichsten Baustelle Deutschlands das traditionelle Richtfest nicht fehlen. Und am Abend des 11. Januars war es endlich soweit. Hoch über der Ballonhalle hing der Richtkranz der Neumayer-Station III, und ab 17:00 Uhr waren alle geladen, um die bisherige Arbeit zu würdigen und darauf anzustoßen.
Die Küche der Neumayer II Station hat die Planung und Versorgung der Festlichkeit übernommen, und der Richtmeister aus dem Team der Stahlbauer, Thomas Kröger, hat seinen Richtspruch an die eisige Umgebung angepasst.

Das Alfred-Wegener-Institut wurde durch die Bauaufsicht Jürgen Janneck vertreten, und der Abend entwickelte sich zu einem gelungenen Fest, das sicherlich auch der Mannschaft und der Stimmung gut getan hat. Pünktlich um sieben Uhr ging der Baubetrieb am Tag darauf weiter.

Jeder Tag lässt die Station weiter wachsen, und so sehen wir dem angekündigten Sturm am Wochenende gelassen entgegen. Denn bis dahin wird die Fassade geschlossen und die Station vor jedem Wetter geschützt sein.

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