Neumayer III mit eigener Energieversorgung

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Die stürmische Zeit an der Baustelle Neumayer III ist vorerst vorbei, und die letzten Tage waren freundlich und die Aussen- wie Innenarbeiten konnten zügig weitergehen.Es gibt viele erfreuliche Ereignisse zu vermerken. Die ersten Systeme konnten von der Bauaufsicht und dem Bauherren abgenommen werden.
Nachdem der zweite Testlauf der Hydraulikanlage erfolgreich verlaufen ist und die Station um einen weiteren Zentimeter angehoben wurde, konnte das Abnahmeprotokoll unterzeichnet werden. Ein großer Schritt für die Station und ihre Zukunft über dem Eis des Ekström Schelfeises.

Auch weitere wichtige Bauteile des Gesamtkomplexes konnten montiert und fertig gestellt werden. Die Windkraftanlage wurde mit der Gondel samt ihrer Rotorblätter bestückt, verkabelt und angeschlossen. Und inzwischen drehen sich die Rotoren und produzieren fleissig Energie.Diese wird direkt in das Stationsnetz eingespeist.

Vorraussetzung hierfür war die Inbetriebnahme der Dieselgeneratoren, die nach einigen vorbereitenden Arbeiten gestartet werden konnten. Die Ölstände wurden gemessen, die letzten Kabel in den Schaltschränken angeschlossen, alle Alarm- und Notsignale überprüft und die Software der Energiezentrale eingerichtet.
Beim Start des ersten Generators warteten alle Anwesenden in der Kraftzentrale der Station gespannt, ob die Einspeisung von Strom ins Stationsnetz funktioniert und das Licht im Raum nach ein paar Minuten Dunkelheit wieder anspringen würde. Es wurde Licht, und dieses Ereignis mit viel Applaus gefeiert.
Seit diesem Zeitpunkt kann sich die Neumayer-Station III selbst mit Strom versorgen, und der Baugenerator konnte zum ersten Mal seit Beginn der Baumaßnahme abgeschaltet werden.

Auch die verschiedenen Wissenschaftler haben die Stromversorgung ihrer Labore und Observatorien mit viel Freude aufgenommen und sich sofort an die Arbeit gemacht, alle Messinstrumente und Computer anzuschließen. Zwar ist noch keine der Forschungseinrichtungen im offiziellen Betrieb, doch es wird nicht mehr lange dauern, bis der Umzug von der alten Neumayer-Station abgeschlossen sein wird und die ersten Datenpakete per Internetleitung bzw. über Satellit die neue Station verlassen.

Hierfür wurde auch die Verbindung zur Aussenwelt, das Radom mit der großen Satellitenantenne umgezogen. Es befindet sich jetzt in ca. 100 Meter Entfernung auf der Nordwest Seite der Station. Alle Kommunikationstechniker arbeiten auf Hochtouren. Die Standleitung nach Bremerhaven wurde schon wieder in Betrieb genommen, soll aber noch erweitert werden. Ausserdem werden Netzwerke und Server eingerichtet, damit die Kommunikation hier vor Ort, zwischen den Aufenthaltsräumen, den Laboren, Observatorien und Messfeldern gut funktioniert.

Ohne Wasser wäre die Station selbstverständlich nicht zu betreiben, aber fließend Wasser gibt es nun mal nicht in der Antarktis. Dafür ein weiteres, altbewährtes aber wichtiges System, die Gewinnung von Wasser in der Schneeschmelze. Auch sie wurde fertig gestellt, mühsam gesäubert und mit der ersten Ladung Schnee befüllt. Wärme wird zugeführt und schon füllen die ersten hundert Liter Schmelzwasser die Rohre der Station. Langsam steigt der Pegel im kompletten Rohrsystem und in den nächsten Tagen ist damit zu rechnen, dass Wasser zur freien Verfügung bereitgestellt werden kann.

Dann kann die Küche ihnen Dienst aufnehmen, und die Toiletten und Waschräume sind bereit für den Einzug der ersten Gäste und Bewohner. Wir alle schauen optimistisch diesem Tag entgegen und freuen uns auf die Bevölkerung von Neumayer III.

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