Saurier-Ausgrabung am Isfjord

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Gruppenbild in Barentzburg

Gruppenbild in Barentzburg

Longyearbyen am Isfjorden auf Spitzbergen, September 2006

Vier Wissenschaftler zieht es auf die Westseite des Isfjordes auf Spitzbergen wo 2002 direkt in der Steilküste des Strandes ein Teil eines Saurierskelettes gefunden wurde. Damals waren es russische Forscher die diesen Fund machten und der norwegischen Regierung und dem Sysselmann meldeten. Vier Jahre später hat Dr. Dirk Blomeier, Mitarbeiter des norwegischen Polarinstitutes die Genehmigung bekommen die Überreste zu bergen. Mit in seinem Team sind Dr. Michael Maisch, Paläontologe der Universität Tübingen und Jörg Lenk, Gastforscher an der Universität Svalbard.

Um alle Teilnehmer der Expedition auf den gleichen Stand der Dinge zu bringen geht es als erstes mit dem Zodiak nach Barentzburg, der russischen Siedlung südwestlich von Longyearbyen. Dort erhoffen sich die Abenteuer mehr Informationen über den Umfang und Zustand des Saurierfundes zu bekommen. Nach 2 Stunden durch das aufgewühlte Polarmeer erscheinen die ersten Umrisse von Barentzburg und ein dicker schwarzer Schleier liegt über den Gebäuden. Das Kohlekraftwerk arbeitet als müsse es eine gesamte Stadt versorgen, leben doch nicht einmal mehr 1000 Menschen hier.

Der Empfang der russischen Kollegen ist herzlich und sie geben Ihre Informationen über den Saurierfund gerne weiter. Der Kopf und ein Teil des Oberkörpers sind ihren Angaben zufolge dem Meer zum Opfer gefallen aber der hintere Teil des Reptils soll sicher in der Steilküste verborgen sein.

Zwei Tage später sind die Boote für die Expedition gepackt und keine fünf Stunden nach dem Aufbruch von Longyearbyen aus ist das Lager der Wissenschaftler an der Fundstelle aufgebaut.

Eine erste Untersuchung des beschriebenen Küstenabschnittes bringt Sicherheit: Das Fossil liegt noch da und hat dem arktischen Wetter standgehalten.

Die Grabungen gehen schnell voran, sind doch alle gespannt was sich unter der fast 2 Meter hohen Decke der Steilküste verbirgt. Fast fünf Meter legen die Wissenschaftler in den kommenden Tagen frei und der Saurier Experte Maisch ist begeistert: Die Überreste bedeuten den größten zusammenhängenden Fund eines Sauriers auf Spitzbergen und zudem aus einer Zeitepoche, aus der ohnehin nur sehr wenige Funde gemacht werden konnten. Vom Brustkorb bis zum Schwanz des Tieres ist alles erhalten und man kann deutlich die Strukturen der einzelnen Knochen in den Steinplatten sehen. Der Brustkorb wird größtenteils durch die Rippen definiert, direkt daneben liegen die Bauchrippen, eine Art Schutzpanzer für die gigantischen Räuber. Die Wirbelsäule zieht sich fast lückenlos bis zum Schwanz hin und von ihr ab das Becken mit den Ansätzen der beiden Hinterflossen. Als Ganzes muss das Tier eine Gesamtlänge zwischen zehn und elf Metern gehabt haben und ist in seinem Skelett und dessen Aufbau gut vergleichbar mit den heutigen Schwertwalen.

Die Wissenschaftler sind überwältigt von ihrem Fund, müssen aber einsehen, dass sie mit ihren diesjährigen logistischen Mitteln diesen Giganten nicht bergen können.

Nach vielen Überlegungen wird daher die endgültige Entscheidung getroffen: Das freigelegte Skelett wir mit Planen und Steinen abgedeckt und so vor dem nahen Winter und dem Eis geschützt. Nächstes Jahr werden die Überreste dann erst einmal mit einem Abdruck als zusammenhängendes Stück gesichert, bis dann die Bergung in vielen kleinen Teilen geschieht. Der Paläontologe Maisch schätzt die Menge der Einzelstücke auf mehr als 500 Teile.

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