Wolk im Eis – Folge 2

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Die Lance im Hafen von Longyearbyen

Die Lance im Hafen von Longyearbyen

Schon vor dem Frühstück können wir die Aufbauten der Lance, dem norwegischen Forschungsschiff im Hafen von Longyearbyen erkennen.

Einen Tag Verspätung hat der starke Sturm auf der Fahrt von Norwegen hierher mit sich gebracht. Für uns kann es nun endlich losgehen, denn unserer Überfahrt auf die Nordseite Spitzbergens steht nun nichts mehr im Wege.

Gegen Mittag werden wir von Dierk Blomeier, Mitarbeiter des norwegischen Polarinstituts, zum Liegeplatz der Lance gebracht und gehen mit unserem umfangreichen Gepäck für das Leben im Camp an Bord. Während wir uns in unseren Kabinen einrichten, werden auf dem Oberdeck noch die großen Paletten mit Zelten, Schlauchbooten und unserem Proviant verstaut. Gegen 19:00 Uhr heißt es dann Abschied nehmen und die Lance verlässt Longyearbyen und kurze Zeit später auch den Adventfjord. Das Auslaufen und die ersten Stunden auf dem Weg in den Norden verbringen wir an Decke, doch das ungemütliche Wetter treibt uns bald ins warme Innere der Lance. Dort gibt es warmen Tee und Kaffee und wir sitzen lange beisammen, während draußen der Wind zunimmt und die ersten kleinen Wellen zu spüren sind.

Am nächsten Morgen gegen 6:00 Uhr erreichen wir Ny-Alesund, eine Forschungssiedlung an der Westküste Spitzbergens, die ebenfalls von der Lance versorgt wird. Doch angesichts der Tageszeit und des Wetters hat wohl keine Menschenseele Lust uns und die mitgebrachten Vorräte in Empfang zu nehmen. Wer kann es ihnen verübeln: Schneeregen und ein kalter Wind pfeifen uns um die Ohren und würden wir nicht darauf brennen, die kleine Siedlung wenigstens kurz zu sehen, wären wir wohl auch im Bett geblieben.

Der Aufenthalt ist kurz, eine Stunde braucht die Mannschaft zum Entladen und dann geht es schon weiter in Richtung Norden. Laut Planungen sollen wir den Liefdefjord – unser Ziel – in den späten Abendstunden erreichen und uns plagt schon jetzt die Vorstellung, unser Camp im Schneeregen und bei starkem, kaltem Wind aufbauen zu müssen.

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