Wolk im Eis – Folge 1

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Longyearbyen auf Spitzbergen

Longyearbyen auf Spitzbergen

Um 9:30 Uhr treffen sich alle Teilnehmer der CASE 10 Expedition vor dem norwegischen Polarinstitut im Forschungspark, Longyearbyen.

Auf dem Programm des heutigen Tages stehen das Schiesstraining und die Einführung in die Verhaltensregeln in der arktischen Natur. Unser Trainer ist Jörg Lech, Logistiker beim norwegischen Polarinstitut und erfahrener Spitzbergenguide. Er kennt die Gegend, hatte schon viele Eisbärenbegegnungen und weiß die Gefahren der Wildnis einzuschätzen. Das Trainingsgebiet liegt etwas außerhalb von Longyearbyen, oberhalb des Flughafens, auf dem wir vor wenigen Tagen gelandete sind.

Bei der Ankunft am Schiessanstand hisst Lech eine leuchtende rote Flagge an einem hohen Flaggenmast, das Zeichen das die Anlage besetzt ist und an der Waffe trainiert wird.

Erste theoretische und technische Grundlagen werden schnell erklärt und dann geht es direkt zu den Gewehren. Von der Handhabung über die Pflege, bis hin zu umfassenden Schiessübungen auf ein Ziel in ca. 40 Metern Entfernung wird alles immer und wieder durchgespielt. Jeder Handgriff soll sitzen, das sichern und insbesondere das Zielen und Schiessen muss eine gewisse Routine bekommen.

Im Gelände kann die Waffe Leben retten, nämlich dann wenn man einen Eisbären mit anderen Mitteln nicht mehr verschrecken kann. Andere Mittel sind Leuchtpistolen, Knallkörper, aber auch jegliche Möglichkeiten, um einfach Lärm zu machen. Alles was laut und dem Eisbären fremd ist, verschreckt diesen im normalen Fall. Zeigt er trotz aller Versuche dennoch Interesse und kommt näher und hat man selbst nicht die Möglichkeit dem Tier auszuweichen, muss ab einem gewissen Punkt geschossen werden. Dieses ist aber die absolute Ausnahme in mehr als 95% lässt sich der Eisbär verscheuchen. Jeder Gebrauch der Waffe im Gelände gegen einen Eisbären zieht eine Untersuchung durch den „Sysselmann“, den Gouverneur Spitzbergens nach sich. Das Erlegen eines Eisbären außerhalb einer Notwehrsituation wird mit Hohen Strafen verfolgt.

Am frühen Nachmittag ist das Training beendet und jeder hat aus verschiedenen Positionen das Gewehr abgefeuert, das Laden und Entladen geübt und weiss wie er sich in der arktischen Wildnis zu verhalten hat. Jetzt kann es losgehen doch wie es scheint wird die Lanze das norwegische Forschungsschiff verspätet in Longyearbyen einlaufen. Somit verzögert sich auch unser Start mit dem Transport auf die Nordseite Spitzbergens.

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