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	<title>realnature TV &#124; Expedition - Forschung - Abenteuer &#187; Logbuch</title>
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	<description>Spannende Reportagen und Naturfilme aus Antarktis, Arktis, Afrika und der übrigen Welt</description>
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		<title>Es ist geschafft! Die Neumayer-Station III ist er&#246;ffnet.</title>
		<link>http://www.realnature.tv/2009/02/es-ist-geschafft-die-neumayer-station-iii-ist-eroeffnet/</link>
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		<pubDate>Tue, 24 Feb 2009 12:53:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michi</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Die letzten Tage vor der Er&#246;ffnung am 20. Februar waren noch einmal hektisch und unruhig. Insbesondere der R&#252;cktransport der Baucontainer der Baucontainer und Fahrzeuge stand im Mittelpunkt des Geschehens. Das russische Frachtschiff Ivan Papanin musste sich schon einige Male wieder von der Schelfeiskante der Atka-Bucht entfernen, weil zu starker Eisgang oder zu hohe Wellen das Schiff gegen die Eiskante h&#228;tten dr&#252;cken k&#246;nnen. Doch nun prophezeit eine kurze Gutwetter Periode endlich das Ende und den Abschluss der Ladearbeiten und damit auch das Ende des Einsatzes der Baumannschaft der Neumayer-Station III.<br />
Zugleich bedeutet das gute Wetter auch, dass die G&#228;ste der Er&#246;ffnungsfeier der Station ungehindert anreisen und an den Feierlichkeiten teilhaben k&#246;nnen. Dieses Ereignis hat hier vor Ort schon seit einigen Tagen f&#252;r viele Turbulenzen gesorgt. Die Er&#246;ffnung soll gleichermassen der Station etwas ganz besonderes sein, und so wurde die Messlatte sehr hoch gesteckt. W&#228;hrend der offiziellen Er&#246;ffnung durch Frau Ministerin Schavan in Berlin, soll eine Live-&#220;bertragung aus der Antarktis die entsprechenden Bilder aus dem ewigen Eis liefern.</p>
<p>Mehrere Testl&#228;ufe waren n&#246;tig, um die &#220;bertragung m&#246;glich zu machen und zeitgleich wurde noch ein zweites System f&#252;r die Live-&#220;bertragung ins deutsche Fernsehen installiert. Am Nachmittag des 19. Februars erreichten die nationalen und internationalen G&#228;ste der Er&#246;ffnungsfeier nach einer langen Anreise &#252;ber Kapstadt dann endlich die Neumayer-Station III.<br />
Der Empfang war herzlich und die G&#228;ste wurden nach der Ankunft erst einmal durch die Station gef&#252;hrt. Der Stationskoch Tamer Kazanc und sein Kollege Mike Fr&#246;hlich von Neumayer II hatten seit den fr&#252;hen Morgenstunden s&#228;mtliche Pfannen und T&#246;pfe geschwungen und ein beeindruckendes Buffet gezaubert.<br />
Nachdem alle ihre Zimmer in der zweiten Etage der Station bezogen hatten wurde mit einigen begr&#252;&#223;enden Worten das Buffet er&#246;ffnet und der Abend zusammen gefeiert. Es folgten weitere Reden und die Pr&#228;sent&#252;bergabe an alle Beteiligten des Baus durch die Direktorin des Alfred-Wegener-Institutes, Frau Dr. Prof. Karin Lochte.<br />
Der Morgen des 20. Februars begann sehr fr&#252;h. Bereits um 6:30 Uhr hatte das Morgenmagazin eine erste Liveschalte angefordert und dies bedeutete 5:30 Uhr unserer Zeit hier in der Antarktis.</p>
<p>Die offizielle Er&#246;ffnung durch Frau Ministerin Schavan und die damit verbundene &#220;bertragung nach Berlin begann p&#252;nktlich um 11:30 Uhr UTC und verlief ohne Probleme. Alle Anwesenden in der Antarktis konnten den Live-Ton aus dem Festsaal und die dort anwesenden unsere Bilder und T&#246;ne von der Neumayer-Station III mit verfolgen. Bei den feierlichen Worten zur Er&#246;ffnung der Station brach ein gro&#223;er Jubel auf beiden Seiten aus und somit war die Neumayer-Station III offiziell er&#246;ffnet.</p>
<p>F&#252;r die G&#228;ste der Feierlichkeit in der Antarktis ging dann alles sehr schnell. Die Meteorologen prognostizierten schlechtes Wetter f&#252;r den Transfer Flughafen Novo, von wo aus das Transportflugzeug nach Kapstadt startet. Somit ging der Abschied sehr schnell und schon am Nachmittag zog eine bislang ungewohnte Ruhe in die G&#228;nge der Neumayer-Station III ein.<br />
Das Wetter auf Novo zog leider ebenfalls z&#252;giger auf, als gedacht, und so konnten die Reisenden vor ihrem Abschied von der Antarktis noch einmal die russische Gastfreundschaft erleben. Inzwischen sind aber alle wieder unbeschadet in Kapstadt gelandet und werden von diesem besonderen Erlebnis sicherlich einiges zu erz&#228;hlen haben.</p>
<p>Hier auf der Neumayer-Station III ist inzwischen Ruhe eingekehrt, die letzten Labore werden eingerichtet und die &#220;berwinterer bereiten sich und ihr Zuhause auf die kommenden 9 kalten und langen Monate vor.</p>
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		<title>Die Bauarbeiten an der Neumayer-Station III sind in den letzten Z&#252;gen</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Feb 2009 12:50:09 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Auch die letzte Woche hat wieder viele Ver&#228;nderungen und einen gro&#223;en Fortschritt in Richtung der Er&#246;ffnung der Neumayer-Station III gebracht.
Die groben Bauarbeiten sind nun endg&#252;ltig abgeschlossen und ein Teil des Bauteams konnte die Antarktis gen Heimat verlassen. Nach 3 Monaten intensiver Arbeit, wurde am 11. Februar ein 30 Mann starker Trupp &#252;ber die NOVO Airbase [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auch die letzte Woche hat wieder viele Ver&#228;nderungen und einen gro&#223;en Fortschritt in Richtung der Er&#246;ffnung der Neumayer-Station III gebracht.</p>
<p>Die groben Bauarbeiten sind nun endg&#252;ltig abgeschlossen und ein Teil des Bauteams konnte die Antarktis gen Heimat verlassen. Nach 3 Monaten intensiver Arbeit, wurde am 11. Februar ein 30 Mann starker Trupp &#252;ber die NOVO Airbase nach Kapstadt ausgeflogen. In der Zwischenzeit m&#252;ssten die M&#228;nner schon wieder bei ihren Familien in Deutschland angekommen sein und werden erstmal eine verdiente Arbeitspause einlegen und ihre freien Tage genie&#223;en. Es sei ihnen nach der Arbeit unter den schwierigen Bedingungen der Antarktis mehr als verg&#246;nnt.<span id="more-777"></span></p>
<p>Das Baucamp wurde innerhalb von 2 Tagen restlos abgebaut. Die Generatoren abgeschaltet, alle Verkabelungen gekappt, Die Rohrleitungen entw&#228;ssert und die Holzkonstruktion der G&#228;nge demontiert. Die leeren Container wurden schlie&#223;lich auf Schlitten verladen und an die Schelfeiskante transportiert. Dort findet weiterhin die Beladung des russischen Eisbrechers Ivan Papanin statt. Er wird in den n&#228;chsten Tagen die Atka Bucht verlassen und die beschwerliche Reise durch das S&#252;dpolarmeer nach Kapstadt antreten. Von dort geht es nach einer Teilentladung weiter nach Bremerhaven und anschlie&#223;end in den Heimathafen nach Murmansk.</p>
<p>Auch in der Neumayer-Station III hat sich einiges getan. Momentan leben und arbeiten gut 30 Leute in den R&#228;umlichkeiten. Alle sind in den G&#228;ngen und R&#228;umen der Anlage anzutreffen; Wissenschaftler und Techniker des Alfred-Wegener-Institutes, die neunk&#246;pfige &#220;berwinterer-Mannschaft, die Verantwortlichen des Baus und die restlichen Monteure.<br />
Die Station hat ihre Feuertaufe mit Bravour bestanden. Die Generatoren laufen stabil, die Windkraftanlage speist je nach Windgeschwindigkeit Strom ins Stationsnetz ein, flie&#223;end Wasser ist vorhanden, und das ganze Geb&#228;ude ist auf eine angenehme Temperatur erw&#228;rmt worden. Im Containerkomplex herrscht Zimmertemperatur, und in der K&#252;che kann es auch schon mal w&#228;rmer werden. Der Geruch von Speisen und Gew&#252;rzen &#252;bertrifft langsam den f&#252;r uns gewohnten Baustellengeruch. Der Koch hat viel zu tun, denn die gesamte Mannschaft legt einen gesunden Appetit an den Tag. Die Herdplatten laufen durch, und auch der Convektomat versorgt uns nach anf&#228;nglichen Problemen mit frischen Br&#246;tchen und leckeren warmen Mahlzeiten.</p>
<p>Die Verpflegung und Unterbringung der jetzigen Bewohner und G&#228;ste funktioniert also  bestens. Alle sind zufrieden, motiviert bei der Arbeit, und freuen sich auf die offizielle Er&#246;ffnung der Station am 20. Februar 2009.</p>
<p>Auch die Einrichtung der Labore und Observatorien geht planm&#228;&#223;ig in die Endphase. Sie sollen am Tag der Er&#246;ffnung vollst&#228;ndig betriebsbereit sein und ihren Dienst im Namen der Wissenschaft aufnehmen. Die letzten Antennen werden auf dem Dach der Station angebracht, die letzten Sensoren und Messinstrumente auf den Messfeldern installiert. Damit s&#228;mtliche Daten aufgenommen, gesichert und an die verschiedenen Datenverarbeitungszentren geschickt werden k&#246;nnen, m&#252;ssen hier vor Ort alle Funk-, Glasfaser-, sowie die Internetverbindungen fehlerfrei funktionieren. Die Techniker und Wissenschaftler arbeiten Hand und Hand, und so sind alle Beteiligten &#252;berzeugt, dass die &#220;bertragung der wissenschaftlichen Daten trotz des Umzuges von der alten Station zur neuen Neumayer-Station III ohne Unterbrechung gew&#228;hrleistet sein wird.</p>
<p>Auch wir, das Filmteam, konnten unsere Arbeit in die Station verlegen. Wir haben ein sch&#246;nes B&#252;ro auf der Ostseite bezogen und zus&#228;tzlich mit dem D6 Flug Verst&#228;rkung des AWI und der DPA aus der Heimat bekommen. Das Medieninteresse steigt vor der Er&#246;ffnung sp&#252;rbar und wir alle versuchen die Berichterstattung zu steigern, und die &#220;bertragung von Live-Bildern nach Deutschland m&#246;glich zu machen. Auch bei dieser Arbeit ist eine gute Kommunikation und Kooperation n&#246;tig, viele Spezialisten in Bremerhaven, Hameln, Berlin und hier vor Ort arbeiten zusammen an dieser nicht ganz einfachen Aufgabe.</p>
<p>Aber wir sind optimistisch, dass die Bilder der Neumayer-Station III am 20. Februar 2009 bei den Er&#246;ffnungsfeierlichkeiten in Berlin und Zuhause an den Fernsehger&#228;ten zu sehen sein werden, und freuen uns auf diesen besonderen Tag.</p>
<p>Die Nervosit&#228;t steigt und mit ihr die Vorfreude auf dieses sch&#246;ne Ereignis. TOI TOI TOI.</p>
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		<title>Neumayer III mit eigener Energieversorgung</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Feb 2009 12:49:09 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die st&#252;rmische Zeit an der Baustelle Neumayer III ist vorerst vorbei, und die letzten Tage waren freundlich und die Aussen- wie Innenarbeiten konnten z&#252;gig weitergehen.Es gibt viele erfreuliche Ereignisse zu vermerken. Die ersten Systeme konnten von der Bauaufsicht und dem Bauherren abgenommen werden.
Nachdem der zweite Testlauf der Hydraulikanlage erfolgreich verlaufen ist und die Station um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die st&#252;rmische Zeit an der Baustelle Neumayer III ist vorerst vorbei, und die letzten Tage waren freundlich und die Aussen- wie Innenarbeiten konnten z&#252;gig weitergehen.Es gibt viele erfreuliche Ereignisse zu vermerken. Die ersten Systeme konnten von der Bauaufsicht und dem Bauherren abgenommen werden.<br />
Nachdem der zweite Testlauf der Hydraulikanlage erfolgreich verlaufen ist und die Station um einen weiteren Zentimeter angehoben wurde, konnte das Abnahmeprotokoll unterzeichnet werden. Ein gro&#223;er Schritt f&#252;r die Station und ihre Zukunft &#252;ber dem Eis des Ekstr&#246;m Schelfeises.</p>
<p>Auch weitere wichtige Bauteile des Gesamtkomplexes konnten montiert und fertig gestellt werden. Die Windkraftanlage wurde mit der Gondel samt ihrer Rotorbl&#228;tter best&#252;ckt, verkabelt und angeschlossen. Und inzwischen drehen sich die Rotoren und produzieren fleissig Energie.Diese wird direkt in das Stationsnetz eingespeist.</p>
<p>Vorraussetzung hierf&#252;r war die Inbetriebnahme der Dieselgeneratoren, die nach einigen vorbereitenden Arbeiten gestartet werden konnten. Die &#214;lst&#228;nde wurden gemessen, die letzten Kabel in den Schaltschr&#228;nken angeschlossen, alle Alarm- und Notsignale &#252;berpr&#252;ft und die Software der Energiezentrale eingerichtet.<br />
Beim Start des ersten Generators warteten alle Anwesenden in der Kraftzentrale der Station gespannt, ob die Einspeisung von Strom ins Stationsnetz funktioniert und das Licht im Raum nach ein paar Minuten Dunkelheit wieder anspringen w&#252;rde. Es wurde Licht, und dieses Ereignis mit viel Applaus gefeiert.<br />
Seit diesem Zeitpunkt kann sich die Neumayer-Station III selbst mit Strom versorgen, und der Baugenerator konnte zum ersten Mal seit Beginn der Bauma&#223;nahme abgeschaltet werden.</p>
<p>Auch die verschiedenen Wissenschaftler haben die Stromversorgung ihrer Labore und Observatorien mit viel Freude aufgenommen und sich sofort an die Arbeit gemacht, alle Messinstrumente und Computer anzuschlie&#223;en. Zwar ist noch keine der Forschungseinrichtungen im offiziellen Betrieb, doch es wird nicht mehr lange dauern, bis der Umzug von der alten Neumayer-Station abgeschlossen sein wird und die ersten Datenpakete per Internetleitung bzw. &#252;ber Satellit die neue Station verlassen.</p>
<p>Hierf&#252;r wurde auch die Verbindung zur Aussenwelt, das Radom mit der gro&#223;en Satellitenantenne umgezogen. Es befindet sich jetzt in ca. 100 Meter Entfernung auf der Nordwest Seite der Station. Alle Kommunikationstechniker arbeiten auf Hochtouren. Die Standleitung nach Bremerhaven wurde schon wieder in Betrieb genommen, soll aber noch erweitert werden. Ausserdem werden Netzwerke und Server eingerichtet, damit die Kommunikation hier vor Ort, zwischen den Aufenthaltsr&#228;umen, den Laboren, Observatorien und Messfeldern gut funktioniert.</p>
<p>Ohne Wasser w&#228;re die Station selbstverst&#228;ndlich nicht zu betreiben, aber flie&#223;end Wasser gibt es nun mal nicht in der Antarktis. Daf&#252;r ein weiteres, altbew&#228;hrtes aber wichtiges System, die Gewinnung von Wasser in der Schneeschmelze. Auch sie wurde fertig gestellt, m&#252;hsam ges&#228;ubert und mit der ersten Ladung Schnee bef&#252;llt. W&#228;rme wird zugef&#252;hrt und schon f&#252;llen die ersten hundert Liter Schmelzwasser die Rohre der Station. Langsam steigt der Pegel im kompletten Rohrsystem und in den n&#228;chsten Tagen ist damit zu rechnen, dass Wasser zur freien Verf&#252;gung bereitgestellt werden kann.</p>
<p>Dann kann die K&#252;che ihnen Dienst aufnehmen, und die Toiletten und Waschr&#228;ume sind bereit f&#252;r den Einzug der ersten G&#228;ste und Bewohner. Wir alle schauen optimistisch diesem Tag entgegen und freuen uns auf die Bev&#246;lkerung von Neumayer III.</p>
<p><span class="sociable_tagline"> <strong></strong></span></p>
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		<title>Schnee, Schnee und nochmals Schnee</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Jan 2009 12:48:13 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ein weiteres Sturmtief zieht &#252;ber die Baustelle Neumayer III und verwandelt die gesamte Umgebung in ein einheitliches Wei&#223;. Es ist kein Horizont mehr zu erkennen, die Kontraste des Eises, auf dem man sich bewegt sind verschwunden, und der feine Schnee kommt durch alle Ritzen der Thermoanz&#252;ge.
Seit drei Tagen pfeift die Drift nun schon um die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein weiteres Sturmtief zieht &#252;ber die Baustelle Neumayer III und verwandelt die gesamte Umgebung in ein einheitliches Wei&#223;. Es ist kein Horizont mehr zu erkennen, die Kontraste des Eises, auf dem man sich bewegt sind verschwunden, und der feine Schnee kommt durch alle Ritzen der Thermoanz&#252;ge.</p>
<p>Seit drei Tagen pfeift die Drift nun schon um die Container und die Baustelle, und wir k&#246;nnen von Gl&#252;ck reden, dass die Fassade komplett geschlossen und das Innere der Station somit gesch&#252;tzt ist. Au&#223;erhalb der Station ist in den letzten Tagen vor dem Sturm noch viel geschehen.</p>
<p>Die Kabelsch&#228;chte zu den verschiedenen wissenschaftlichen Observatorien wurden in das Eis gegraben und die Kabel verlegt. Somit ist die Grundlage f&#252;r den Betrieb des Spurenstoffobservatoriums, kurz Spuso, und des Magnetikobservatoriums in gut 1,8 Kilometer Entfernung geschaffen. Auch die I27DE-Station, der deutsche Beitrag zum Kernwaffenteststoppvertrag, wurde verkabelt, und alle Wissenschaftler brennen darauf, die Einrichtungen schnellstm&#246;glich in Betrieb zu nehmen.</p>
<p>W&#228;hrend die Spuso auf einer Plattform &#252;ber dem Eis steht, muss das magnetische Observatorium ins Eis gebaut werden, um gegen jegliche Vibrationen, zum Beispiel durch den Wind, gesch&#252;tzt zu sein. Nur so k&#246;nnen die Ger&#228;te das Magnetfeld der Erde pr&#228;zise messen und genaue Daten in die weltweit vernetzten Datenbanken einspeisen.</p>
<p>Mit einer gro&#223;en Fr&#228;se wurde ein 7,5 Meter tiefer Graben in das Eis gefr&#228;st, in den im sp&#228;teren Bauverlauf ein kleiner Raum aus Thermow&#228;nden gebaut wird. Selbstverst&#228;ndlich alles ohne Metall. Die Seiten des Grabens werden durch eine Eiswand geschlossen, und eine stabile, h&#246;lzerne Konstruktion bildet das Dach. Durch einen Schacht werden die Wissenschaftler sp&#228;ter in das Observatorium gelangen. Direkt neben der Neumayer-Station III wurde auf dem Fundament der Windkraftanlage der Aufbau des Turmes f&#252;r die Gondel samt der Rotoren begonnen. Zudem wurden auch von hier die Kabel in die Energiezentrale der Station gezogen.</p>
<p>Mit dem Beginn des Sturms wurden alle Bauaktivit&#228;ten ins Innere der Baustelle verlegt. Die Systeme der Anlage sind inzwischen komplett montiert und gr&#246;&#223;tenteils bereit f&#252;r die Inbetriebnahme durch die Spezialisten. Anfang Februar wird es soweit sein. Die Heizungsrohre wurden mit Druckluft auf Schwachstellen oder Lecks gepr&#252;ft und werden dieser Tage mit Glykol, einem Frostschutzmittel bis zu 55°C minus, gef&#252;llt. Dieses funktioniert gleichzeitig auch als Transportmedium, welches die einzelnen Bereiche der Station mit W&#228;rme versorgt.</p>
<p>Grunds&#228;tzlich gibt es in der Station zwei Klimazonen. Die &#228;u&#223;ere H&#252;lle, die das gesamte Bauwerk umschlie&#223;t, soll auf eine Temperatur von ca. 5°C gebracht werden. Die zweite Klimazone beinhaltet den Containeraufbau mit einer gew&#252;nschten Temperatur von ca. 20°C.</p>
<p>In der Garage wurde zum ersten Mal die Hydraulikanlage getestet. Sie soll den j&#228;hrlichen Schneezutrag ausgleichen und kann die gesamte Anlage, also ein Gewicht von 2300 Tonnen, anheben. Zu Beginn des Tests wurden alle 16 Hydraulikst&#252;tzen, Bipoden genannt, auf ein Nulllevel gebracht. Diese Vorarbeit war n&#246;tig, um eventuelle Ver&#228;nderungen der individuellen Lage der Bipoden auszugleichen und m&#246;glichst wenig Spannung im Stahlger&#252;st zu verursachen. Danach wurde jeder Bipod Millimeter f&#252;r Millimeter hochgedr&#252;ckt. Selbst diese minimalen Bewegungen waren in der gesamten Station sp&#252;rbar.</p>
<p>Nach gut einer Stunde lag die Station 4,4 cm h&#246;her, und der erste Testdurchlauf der Hydraulikanlage war abgeschlossen. In den n&#228;chsten Tagen wird noch ein zweiter Test folgen, um weitere Verbesserungen in der genauen Abstimmung des Systems zu erlangen. In der zweiten Etage der Station, der Wohnetage, geht es dieser Tage schon an die Restarbeiten in den einzelnen Kabinen. Es werden Verblendungen angeschraubt, die Einrichtungslisten noch einmal &#252;berpr&#252;ft und die ersten R&#228;ume gesaugt und bezugsfertig gemacht.</p>
<p>Wir alle an der Baustelle freuen uns auf zwei Dinge: Auf besseres Wetter und die Inbetriebnahme der Neumayer-Station III Anfang Februar.</p>
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		<title>Richtfest an Neumayer-Station III und das erste wissenschaftliche Observatorium wird eingerichtet.</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Jan 2009 12:47:04 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Tage an der Baustelle Neumayer III vergehen wie im Fluge. Um sieben Uhr morgens ist Baubeginn, und der Gang zum Arbeitsplatz durch Schnee und Eis ist l&#228;ngst zur t&#228;glichen Routine geworden. Schon &#252;ber zwei Monate arbeitet die Mannschaft ohne Pause und treibt den Bau voran.
Die Zeit und Anstrengungen haben ihre Spuren hinterlassen. Die Abende [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Tage an der Baustelle Neumayer III vergehen wie im Fluge. Um sieben Uhr morgens ist Baubeginn, und der Gang zum Arbeitsplatz durch Schnee und Eis ist l&#228;ngst zur t&#228;glichen Routine geworden. Schon &#252;ber zwei Monate arbeitet die Mannschaft ohne Pause und treibt den Bau voran.</p>
<p>Die Zeit und Anstrengungen haben ihre Spuren hinterlassen. Die Abende im Baucamp sind ruhig und kurz. Jeder versucht die Stunden Schlaf zu nutzen. Bis zum n&#228;chsten Morgen, wenn die Baustelle wieder zum Leben erwacht.</p>
<p>Inzwischen arbeiten die M&#228;nner an den letzten Fassadenteilen an der S&#252;dseite der Station, und auf dem Dach wird damit begonnen Laufstege, Gel&#228;nder und diverse Antennen zu montieren.<br />
Im Inneren verschwinden langsam die Bauspuren, und man bekommt immer mehr einen Eindruck, wie es in wenigen Wochen in der Station aussehen wird.</p>
<p>Setzt man sich in eines der durch Heizl&#252;fter erw&#228;rmten Zimmer und schaut durch das Fenster in das weite Weiss, k&#246;nnte man die Baustelle und das Gewusel um einen herum fast vergessen. Doch sp&#228;testens der rege Funkverkehr auf der Baustelle rei&#223;t einen zur&#252;ck in die Realit&#228;t. Dort werden neue Container mit verschiedensten Baustoffen ben&#246;tigt, die Baufahrzeuge m&#252;ssen nachgetankt werden und eine der Hebeb&#252;hnen hat sich in dem weichen Schnee fest gefahren und muss mit dem Pistenbully heraus gezogen werden.</p>
<p>Etwa 150 Meter von der Station entfernt wurde bereits das Fundament f&#252;r die Windkraftanlage in das Eis gesetzt. In einzelnen Schritten wird nun der Mast darauf errichtet, und die Spezialisten haben begonnen, die Schalttafeln in der Energiezentrale der Station einzurichten. Mit dem letzten Flug aus Kapstadt sind weitere Techniker und auch Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Institutes eingeflogen worden. Sie beginnen dieser Tage, die ersten wissenschaftlichen Observatorien aufzubauen.</p>
<p>So auch das Spurenstoff Observatorium, kurz Spuso genannt, welches gut 2 Kilometer von der Station entfernt auf einer Plattform &#252;ber dem Eis montiert wurde. Insgesamt arbeiten zur Zeit mehr als 80 Menschen an der Neumayer III Station, den Observatorien und der Windkraftanlage, und alle arbeiten Hand in Hand, um die Station zum Laufen zu bringen.</p>
<p>Trotz all der Anstrengungen und des engen Zeitplans durfte an der s&#252;dlichsten Baustelle Deutschlands das traditionelle Richtfest nicht fehlen. Und am Abend des 11. Januars war es endlich soweit. Hoch &#252;ber der Ballonhalle hing der Richtkranz der Neumayer-Station III, und ab 17:00 Uhr waren alle geladen, um die bisherige Arbeit zu w&#252;rdigen und darauf anzusto&#223;en.<br />
Die K&#252;che der Neumayer II Station hat die Planung und Versorgung der Festlichkeit &#252;bernommen, und der Richtmeister aus dem Team der Stahlbauer, Thomas Kr&#246;ger, hat seinen Richtspruch an die eisige Umgebung angepasst.</p>
<p>Das Alfred-Wegener-Institut wurde durch die Bauaufsicht J&#252;rgen Janneck vertreten, und der Abend entwickelte sich zu einem gelungenen Fest, das sicherlich auch der Mannschaft und der Stimmung gut getan hat. P&#252;nktlich um sieben Uhr ging der Baubetrieb am Tag darauf weiter.</p>
<p>Jeder Tag l&#228;sst die Station weiter wachsen, und so sehen wir dem angek&#252;ndigten Sturm am Wochenende gelassen entgegen. Denn bis dahin wird die Fassade geschlossen und die Station vor jedem Wetter gesch&#252;tzt sein.</p>
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		<title>Die H&#252;lle der Station Neumayer III ist fast geschlossen und der russische Eisbrecher Ivan Papanin leistet weitere Versorgungsarbeit.</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Jan 2009 12:45:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer weiss, ob es einfach Zufall ist oder das neue Jahr damit zu tun hat. Die St&#252;rme der vergangenen Wochen haben sich beruhigt und seit dem dritten Januar k&#246;nnen die Au&#223;enarbeiten an der Station Neumayer III fortgef&#252;hrt werden. Im Inneren des Baus musste die Baumannschaft noch einige Zeit darauf verwenden, die Spuren der Schneedrift weg [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer weiss, ob es einfach Zufall ist oder das neue Jahr damit zu tun hat. Die St&#252;rme der vergangenen Wochen haben sich beruhigt und seit dem dritten Januar k&#246;nnen die Au&#223;enarbeiten an der Station Neumayer III fortgef&#252;hrt werden. Im Inneren des Baus musste die Baumannschaft noch einige Zeit darauf verwenden, die Spuren der Schneedrift weg zu r&#228;umen und die G&#228;nge und Fu&#223;b&#246;den vom Eis und Schnee zu befreien.</p>
<p>Der erste Schritt der Aussenarbeiten war die Fertigstellung der Fassadenwestseite. Nun geht es mit den Arbeiten an der Nordseite der Station weiter. Wie ein riesiges Puzzle werden die einzelnen Teile an dem Stahlger&#252;st der Station befestigt, und nach und nach schliesst sich die Aussenh&#252;lle mit dem darauf befindlichen Schriftzug „Neumayer-Station”. Zeitgleich werden im Inneren weitere Kabel gezogen, die hochmoderne Klimazentrale der Station wird zusammengesetzt, B&#246;den werden verlegt und die Inneneinrichtung montiert.</p>
<p>Es ist ein unbeschreibliches Gewusel auf der Baustelle Neumayer III. Auf allen G&#228;ngen und in allen R&#228;umen wird gearbeitet und jeder packt an, wo es Not tut. Die letzten Wochen des schlechten Wetters haben Zeit und Anstrengungen gekostet, und jeder hier an der Baustelle hat den engen Zeitplan im Hinterkopf. Dank der zahlreichen Innenarbeiten, die vorzeitig erledigt werden konnten, ist dieser bislang nicht gef&#228;hrdet. Zudem versprechen die Wetterprognosen beste Voraussetzungen f&#252;r die n&#228;chsten Tage.</p>
<p>Auch das zweite Versorgungsschiff, der russische Eisbrecher Ivan Papanin hat nach tagelangem Rammbetrieb einen Weg durch das Meereis gefunden. Der Weg in die Atka- Bucht war durch dichtes Eis schon viele Seemeilen vor der Schelfeiskante versperrt.<br />
Nach einigen Versuchen an diese zu gelangen, wurde entschieden, die Entladung &#252;ber das Meereis durchzuf&#252;hren.<br />
Nahe der Position der Polarstern vor gut drei Wochen, konnte die Ladung der Papanin letztendlich gel&#246;scht werden.</p>
<p>Mit Pistenbullys wurden die Container und Stahlteile &#252;ber das Meereis zur Baustelle Neumayer III transportiert. Mit auf den Lastenschlitten waren auch verschiedene Forschungslabore. Eines davon das Spurenstoffobservatorium, welches im M&#228;rz, gut 5 Kilometer von der Neumayer III Station entfernt in Betrieb gehen wird.</p>
<p>W&#228;hrend die Fassadenbauer noch damit besch&#228;ftigt sind, die H&#252;lle der Station zu schliessen, hat der Stahlbau seinen letzten gro&#223;en Beitrag schon geleistet. Die Ballonf&#252;llhalle wurde auf dem Eis vormontiert und mit dem Kran auf das Dach der Station gehoben.</p>
<p>Das gut vier Meter hohe Konstrukt wird im weiteren Bauverlauf noch mit einer Fassade geschlossen, und zwei gro&#223;e Rolltore erm&#246;glichen das Ein-und Austreten auf das Stationsdach. Dieser Ort wird von den Meteorologen genutzt, um Wetterballons in den antarktischen Himmel steigen zu lassen und ihre Beobachtungen durchzuf&#252;hren.</p>
<p>Nun warten wir alle gespannt auf das Ende der Fassadenarbeiten, die Dank dem guten Wetter z&#252;gig vorangehen. Und im Inneren der Station wird es in manchen R&#228;umen allm&#228;hlich schon wohnlich; den Heizl&#252;ftern sei Dank.</p>
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		<title>Die Versorgung der Neumayer III Baustelle und wei&#223;e Weihnachten durch ein Sturmtief &#252;ber dem Baucamp</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Dec 2008 12:42:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Forschungsschiff Polarstern: Wir n&#228;hern uns der Atka Bucht. Wegen des dichten Eises hat die Schiffsf&#252;hrung entschieden, eine Meereisentladung durchzuf&#252;hren. Der Weg an die Eiskante ist noch immer versperrt. Und diesen bis zu einer geeigneten Stelle frei zu rammen, an der die Eiskante niedrig genug f&#252;r die Kr&#228;ne der Polarstern ist, w&#228;re zu aufw&#228;ndig.
Langsam n&#228;hert sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Forschungsschiff Polarstern: Wir n&#228;hern uns der Atka Bucht. Wegen des dichten Eises hat die Schiffsf&#252;hrung entschieden, eine Meereisentladung durchzuf&#252;hren. Der Weg an die Eiskante ist noch immer versperrt. Und diesen bis zu einer geeigneten Stelle frei zu rammen, an der die Eiskante niedrig genug f&#252;r die Kr&#228;ne der Polarstern ist, w&#228;re zu aufw&#228;ndig.</p>
<p>Langsam n&#228;hert sich der Bug des Deutschen Forschungs-Eisbrechers dem Rand des festen Meereises und schiebt sich immer weiter auf dieses hinauf. Es kracht, und das Eis bricht unter dem Gewicht des schweren Rumpfes, bis nach einer guten Schiffsl&#228;nge kein Weiterkommen mehr ist.<br />
Angekommen! Die Polarstern liegt sicher inmitten des Meereises, und am Horizont kann man die wenigen &#252;ber dem Eis liegenden Aufbauten der Neumayer II Station erkennen. Die Neumayer III Baustelle liegt noch immer hinter einem riesigen Eisberg verborgen, fast als sollten wir uns aus der Ferne noch kein Bild des Baufortschrittes machen k&#246;nnen.</p>
<p>Schon nach kurzer Zeit sind die ersten Pistenbullys am Horizont der zerkl&#252;fteten Eislandschaft zu erkennen. Man hat uns bereits erwartet, und auch an Bord brennen alle darauf, den ersten Schritt auf den antarktischen Kontinent zu setzen. F&#252;r viele ist es das erste Mal, und die Wetterbedingungen k&#246;nnten nicht besser sein, die Weite und Einsamkeit dieses Ortes zu erfahren. Vereinzelte Pinguin-Gruppen passieren das Treiben rund um die Polarstern und wundern sich vielleicht &#252;ber die Kameraden in Rot.</p>
<p>W&#228;hrend die einen im Umkreis der Polarstern ihre Erkundungsg&#228;nge bestreiten, hat an Bord und auf dem Eis die Entladung f&#252;r die Neumayer II Station und die Neumayer III Baustelle begonnen. Die Kr&#228;ne der Polarstern heben die Container &#252;ber die Bordwand auf die bereitgestellten Lastenschlitten auf dem Eis. Von dort aus wird alles &#252;ber das Meereis mit Pistenbullys zur Neumayer II Station und Neumayer III Baustelle gezogen. Eine m&#252;hevolle Aufgabe, denn der Winter hat seine Spuren hinterlassen, und aufget&#252;rmte Schollensysteme erlauben der Karawane keinen direkten Weg zur Eisrampe, die vom Meereis auf das Schelfeis f&#252;hrt.</p>
<p>Auf der Baustelle Neumayer III hat sich nach der Fertigstellung des Stahlbaus weiter viel getan. Wir hatten vor unserer Ankunft hier nat&#252;rlich immer wieder Fotos gesehen. Aber wenn man dann vor Ort steht und sieht, was in dieser Saison schon alles geschafft wurde und welche Dimensionen die Station angenommen hat, ist man sprachlos.</p>
<p>Die Fassade ist mit jedem Tag gewachsen. Auf beiden L&#228;ngsseiten der Station heben die Krane ein Fassadenst&#252;ck nach dem anderen an das Stahlgerippe, und die Monteure dirigieren die gro&#223;en Platten der Au&#223;enhaut an Ort und Stelle.</p>
<p>Die Fassade der Neumayer III Station ist 12 cm dick. Innen und au&#223;en umschlie&#223;t jeweils 1 mm Stahlblech den inneren Kern aus PU-Schaum. Die Sandwich-Bauweise ist leicht, stabil und isoliert den Innenraum auch gegen die extremen Temperaturen der Antarktis.</p>
<p>Die Arbeiten liegen gut im Zeitplan. Trotzdem z&#228;hlt jedes Teil der H&#252;lle, denn ein Sturm zieht auf. &#220;ber die Feiertage bis zum Jahreswechsel sagen die Meteorologen starke Winde und Schneefall voraus. Das Ziel ist es, den bisherigen Bau so dicht wie m&#246;glich zu bekommen, so dass m&#246;glichst wenig Schnee in das Innere gelangen kann.<br />
Am Tag des Wetterwechsels ist die Ostseite komplett geschlossen, an der Westseite fehlt noch gut ein Drittel der Fassade. Die Kopfenden der Station nach Norden und S&#252;den stehen noch vollst&#228;ndig offen.</p>
<p>Doch der Sturm wartet nicht, und mit dem 24.12. jagen die ersten Sturmb&#246;en &#252;ber die Baustelle und das Baucamp. Der Gang zum und vom Camp wird immer beschwerlicher. So auch am Heiligabend: Wei&#223;e Weihnachten, irgendwie passt das Wetter zu diesem Anlass, aber ganz so verschneit h&#228;tte es f&#252;r die Baumannschaft sicherlich nicht sein m&#252;ssen. Das Abendmahl des 24. f&#228;llt &#252;ppig aus. Traditionell gibt es Gans und Rotkohl, und eine CD mit Weihnachtsliedern in Dauerschleife verspr&#252;ht wenigstens ein bisschen Weihnachtsstimmung. Insgesamt bleibt es aber sehr ruhig. Viele sind mit ihren Gedanken an diesem Abend nicht in der Antarktis, sondern zu Hause bei ihren Familien.<br />
Der Morgen des ersten Weihnachtstages beginnt statt um sieben Uhr erst um zehn Uhr morgens, und bei den ersten Schritten aus dem Baucamp wird deutlich, was sich &#252;ber Nacht zusammengebraut hat.</p>
<p>Vom Baucamp aus ist die Station nicht mehr zu sehen. Schneetreiben und orkanartige Winde erlauben eine Sicht von gerade einmal f&#252;nf bis zehn Metern. Hintereinander her stemmen sich die M&#228;nner entlang der Sicherheitsleine gegen den bei&#223;enden Wind und die Eiskristalle. Auf der zweiten H&#228;lfte der Strecke wird die Kontur der Station langsam wieder sichtbar. Der hohe Bau liegt oberhalb des Schneetreibens und ist daher noch relativ gut zu erkennen.<br />
Im Bau angekommen wird es ruhiger. Die meisten R&#228;ume und Flure sind gut gesch&#252;tzt und vom Sturm unversehrt geblieben. Nur in der Galerie der Station, die au&#223;en direkt hinter der Fassade verl&#228;uft, wurde gerade auf der Westseite, an der die Fassade noch nicht ganz geschlossen ist, der feine Schnee durch jede Ritze gedr&#252;ckt.<br />
Trotzdem: Es h&#228;tte weitaus schlimmer kommen k&#246;nnen, und die Bauarbeiten k&#246;nnen im Inneren der Station weitergehen. Es werden Kabel gezogen, die Stationscontainer werden isoliert und die Hauptverteilertafeln der Energiezentrale der Station werden eingerichtet. So funktionieren nach und nach die Steckdosen der einzelnen Container, und hier und da kann schon die Deckenbeleuchtung angeschaltet werden.<br />
Auch der zweite Weihnachtstag ist von Sturm gepr&#228;gt. Und am Morgen des 27. Dezembers versperrt eine drei Meter hohe Schneewehe den Eingang des Baucamps, und durch die Fenster ist nichts als Schnee zu sehen. Mit Schaufeln, Bagger und Pistenbullys wird das Camp und der Weg zur Baustelle wieder freigelegt. Im Tagesverlauf nimmt auch der Wind und der Schneefall ab. Doch dies war nur das erste der drei Sturmtiefs, die f&#252;r die n&#228;chsten Tage angek&#252;ndigt sind. Die gute Nachricht: Die Arbeiten im Inneren der Station k&#246;nnen fortgef&#252;hrt werden und machen gro&#223;e Fortschritte.</p>
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		<title>Die Ereignisse &#252;berschlagen sich</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Dec 2008 12:41:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Polarstern ist da! Gestern, am Mittwoch den 17.12. konnten wir endlich die lang ersehnte Rauchs&#228;ule am Horizont ausmachen.  Immer wieder ertappte man sich und andere beim Blick auf das Meer, wo sich die Polarstern mit aller Kraft gegen das Packeis dr&#252;ckt. Die Funkger&#228;te stehen nicht still und trotz des tr&#252;ben Morgens sind alle Mienen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Polarstern ist da! Gestern, am Mittwoch den 17.12. konnten wir endlich die lang ersehnte Rauchs&#228;ule am Horizont ausmachen.  Immer wieder ertappte man sich und andere beim Blick auf das Meer, wo sich die Polarstern mit aller Kraft gegen das Packeis dr&#252;ckt. Die Funkger&#228;te stehen nicht still und trotz des tr&#252;ben Morgens sind alle Mienen deutlich erhellt.</p>
<p>Jeder hat so seine eigenen Gr&#252;nde heute gut gelaunt zu sein. Die einen bekommen neuen Proviant, die N&#228;chsten warten auf Ersatzteile oder Post von zu Hause.  Die „Alt&#252;wis“ haben mit Freuden Ihre „Neu&#252;wis“ in Empfang genommen und beginnen nun mit der Einarbeitung der Neuank&#246;mmlinge. Wieder andere sehen Ihren letzten Tagen hier entgegen, werden sie doch mit der Polarstern die Heimreise antreten. Und so wird auch dies der letzte Wochenbericht von uns, dem Team 1 von realnature.tv sein. In der n&#228;chsten Woche schreiben ihnen dann Michael und Martin von Team 2.</p>
<p>In Bezug auf die Baustelle gibt es gute Neuigkeiten. Es sind mittlerweile alle Container verbaut. Mit vereinten Kr&#228;ften wurden die letzten Kraftwerkscontainer an ihre Position im n&#246;rdlichen Teil der Station verbracht und ausgerichtet. Damit hat man nun endg&#252;ltig einen guten Eindruck davon wie die Station am Ende aussehen wird. Im ersten Deck reihen sich die Container der Technik, Kommunikation, des Hospitals und die Aufenthaltsr&#228;ume aneinander. Im zweiten Deck dann die Unterk&#252;nfte und Laboratorien.  Im Moment wirken die Unterk&#252;nfte der Bewohner zwar schon gem&#252;tlich, aber noch etwas steril. Aber dies wird sich wohl bald &#228;ndern, wenn jeder seinen individuellen Touch mit in die Station und seinen Container bringt. Auch der Ausblick aus den Containern ist atemberaubend. Und das einstrahlende Sonnenlicht k&#246;nnte etwas erm&#246;glichen wovon Generationen von Neumayer-Bewohnern getr&#228;umt haben d&#252;rften: Zimmerpflanzen. Obwohl diese in den Wintermonaten sicher noch etwas k&#252;nstliches Sonnenlicht gebrauchen k&#246;nnten.</p>
<p>Nachdem alle Container standen, konnten auch die Stahlarbeiter ihr Gewerk vollenden. Die letzten Stahlstreben sind eingezogen und verschraubt. Somit ist die tragende Stahlkonstruktion nun komplett und es wurde begonnen die Seitenteile der Au&#223;enfassade zu montieren. Die Ballonhalle wird am Boden vormontiert und soll innerhalb der n&#228;chsten Wochen auf die Station gehoben werden.<br />
Nebenbei sei noch zu erw&#228;hnen, dass wir die Aufmerksamkeit der Nachbarschaft auf uns gezogen haben. Vor vier Tagen haben wir Besuch von ihrem Botschafter bekommen. Ein kleiner Adelie Pinguin hatte sich in Baucamp und Station verirrt. Niemand konnte sich einen Reim darauf machen, warum ausgerechnet dieser kleine Gesell sich den weiten Weg gemacht hat. Vermutlich hatte er sich einfach nur verirrt. Nach einigen Stunden im Baucamp, einem kleinen Sonnenbad und ausf&#252;hrlicher Begutachtung der Station machte er sich dann aber wieder auf den Weg. Gl&#252;cklicherweise diesmal in die richtige Richtung, zur&#252;ck zur Eiskante.</p>
<p>Wir m&#246;chten uns nun an dieser Stelle von Ihnen verabschieden. Wir m&#252;ssen unsere Sachen packen, denn morgen kommt der Helikopter, der uns auf die Polarstern bringt. Es hat uns viel Spa&#223; gemacht und wir w&#252;nschen dem kompletten Bauteam weiterhin noch viel Erfolg, gutes Gelingen und nat&#252;rlich frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Wobei man das mit dem Rutschen hier unten nicht zu w&#246;rtlich nehmen sollte.</p>
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