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Die Station Neumayer III nimmt Form an.

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Das Ergebnis der Bauarbeiten ist nicht zu übersehen: Aus den einzeln, aus dem Eis ragenden Stahlstützen haben die Monteure in den letzten Tagen das Stahlskelett der neuen deutschen Forschungsstation geschaffen. Die großen Fachwerke sind eingesetzt und mit etlichen kleineren Stahlverstrebungen zu einem stabilen Ganzen zusammengesetzt worden. Vorgestern wurde dann das letzte Teil des Grundgerüstes eingesetzt, so dass die massiven Schrauben festgezogen werden konnten und nun den stabilen Halt der ganzen Station sicherstellen.
Aber auch die spätere Hauptader der Station wurde schon errichtet – der Treppenschacht, der die Garage im Eis mit der eigentlichen Station bis in eine Höhe von knapp 30 Metern verbindet. Der Schacht, bestehend aus zwei, jeweils vier Containern hohen Türmen, beherbergt eine Metalltreppe sowie später den hydraulischen Aufzug, um auch schweres Gerät in die Station befördern zu können.

Die Station selbst, wird aus vorgefertigten Container-Elementen zusammengesetzt und später mit einer isolierenden Außenfassade versehen. Die „Zulieferer” hier an der Baustelle – die Fahrer der Bagger, Kräne und Pistenbullies – sind nun mit Hochdruck dabei, eben diese Containermodule aus dem Schnee und Eis des vergangenen Winters zu befreien. Dazu müssen in manchen Fällen erst die genauen Koordinaten der Container mittels GPS ermittelt werden, bevor dann mit den großen Schneeschiebern der Pistenbullies und dem Schaufelbagger die einzelnen Module freigelegt werden können. Der Transport zur Station erfolgt dann auf riesigen Stahlschlitten, die von den Kränen bestückt und den Pistenbullies an ihr Ziel gezogen werden.

Aber nicht nur der Verkehr auf der Baustelle nimmt sichtbar zu. Auch das Leben im Baucamp ist wieder in vollem Gange. Der letzte Teil des Bautrupps ist am Samstag eingeflogen worden. Zu den Mahlzeiten sind die Tischreihen der Messe nun gut gefüllt und auch nach Feierabend merkt man es: Das Baucamp lebt wieder. Das zeigt sich auch an den Tücken des Alltags. Die Pumpe, der Camp eigenen Kläranlage, hat versucht den Dienst zu quittieren. Doch der beherzte Einsatz von Peter, dem Haustechniker hat dafür gesorgt, dass sie ihren Dienst auch weiterhin verrichtet und die Monteure nach getaner Arbeit unter die verdiente, heiße Dusche können.

Und es sind nicht mehr nur die Monteure draußen auf der Baustelle. Der Aufbau der Hydraulikanlage im Keller der Station ist schon soweit fortgeschritten, das bald auch Programmierkünste gefragt sind. Neumayer III bedeutet immerhin auch, dass 2300 Tonnen Gewicht durch 16 hydraulische Stelzen immer wieder auf das zunehmende Höhenniveau der Schneedecke angehoben werden müssen. Das dazu notwendige Steuerprogramm wird direkt vor Ort eingerichtet. Am Ende werden ungefähr 20.000 Zeilen Computercode die Druckverhältnisse der so genannten „Bipoden” messen und die Hydraulikanlage steuern. Damit wird die Technik der Neumayer III Station dem entgegenwirken, was anderen Stationen hier in der Antarktis vorher passiert ist – nämlich über die Jahre im Eis zu versinken. Neumayer II liegt heute, 16 Jahre nach ebenerdiger Eröffnung, gut 15 Meter unterhalb der Schneedecke. Neumayer III wird auch in 25 Jahren noch oben auf sein.

Die zweite Bausaison Neumayer III geht in die dritte Woche, das Wetter spielt mit und die Arbeiten verlaufen nach Plan. Mehr davon in Woche vier.


Die Station Neumayer III wächst!

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Ekström-Schelfeis, Antarktis, 70° 40,8′ Süd 008°16,2′ West

Die Neumayer III Station entsteht.
Was anfänglich zäh begann geht nun mit Riesenschritten voran. Das Baucamp wurde innerhalb von anderthalb Tagen bezugsfertig gemacht, die Rampe der Baustelle geöffnet und die Kräne freigelegt.Unter schwersten Bedingungen und viel Handarbeit haben die Monteure die Stahlfachwerke und Container von Schneemassen befreit , ausgegraben und an die eigentliche Baustelle transportiert. Dort wurde das Baumaterial vorausschauend gelagert, so dass die Teile je nach Bedarf in der richtigen Reihenfolge bereit liegen.
Bis zu 5 Tonnen Gewichtsunterschied zeigten die Gewichtsmesser in den Kränen nach Befreiung der Fachwerke von Schnee und Eis an. Eine schweißtreibende und anstrengende Arbeit, die die Mannschaft an den Rand ihrer körperlichen Kräfte und diverse Schaufeln zum Brechen brachte. Sie hatten der Festigkeit des über 8 Monate immer wieder komprimierten und neu überfrorenen Schnees einfach nicht genug entgegen zu setzen.

Besonders in der Nachtschicht führte diese Tätigkeit in Verbindung mit gefühlten Temperaturen (Windchill) bis zu -35° zu vereisten Augenbrauen und äußerst roten Nasen der Arbeiter. Am Tage ist es zwar nicht ganz so kalt, jedoch hat auch die Tagschicht mit Problemen zu kämpfen. Die kraftvolle Sonne hinterlässt innerhalb von kürzester Zeit eine besorgniserregende Gesichtsbräunung, für die man selbst im Äquatorraum einen ausgedehnten Urlaub benötigen würde. Auch die erste leichte Verletzung ist zu beklagen. Durch die Kälte und den ständigen Zug sind die Muskeln verspannt und einen der Bauarbeiter ereilte ein Hexenschuss.

Ansonsten wirkt die Baustelle gerade wie ein Ameisenhaufen. Aus allen Richtungen kommen Rufe, Hammerschläge und die Flex kreischt in hellen Tönen. Die Funkgeräte steuern ihr ständiges Quäken zu der normalen Geräuschkulisse bei, die auf einer betriebsamen Baustelle herrscht.

Im Keller hat der Innenausbau begonnen. Stromleitungen werden gezogen, die Wasser- und Lüftungsrohre verlegt. Für die Schweißer wurde ein Raum eingeheizt, in dem sie Ihre benötigten Arbeitsmaterialen auf Betriebstemperatur bringen können. Ansonsten müssten sie jedes Teil stundenlang mit Gasbrennern vorwärmen. Ein Aufwand für den hier keiner Zeit hat.

Auch über dem Eis ist nun endlich etwas zu erkennen, nachdem die viele Arbeit des letzten Jahres ernüchternd versteckt blieb. Die 24 Stahlstützen der oberen Stockwerke stehen und werden gerade mit den Stahlfachwerken verbunden. Glücklicherweise ist der Wind uns einigermaßen wohl gesonnen und überschreitet nur kurzweilig die magische 10 Meter pro Sekunde Grenze, bei der die Kranarbeiten eingestellt werden müssen. Es wäre zu gefährlich bei diesen Windgeschwindigkeiten die riesigen Fachwerke anzuheben. Sie könnten unkontrolliert am Kran drehen und im schlimmsten Fall verrutschen und zu riesigen Geschossen werden.

Mittlerweile ist das Bauteam auch um weitere 14 Mann angewachsen, denn die Basler Propellermaschinen erledigen zuverlässig ihre Transportdienste zwischen dem russischen Transferflughafen Novo und Neumayer II. Ein warmer Empfang wurde den Nachzüglern bereitet und dieser war auch bitter nötig. Nachts um 0:30 Uhr bei -23°C setzte die Basler auf dem Flugfeld von Neumayer II auf. Mit in der Gruppe der Neuankömmlinge ist auch die Unterstützung des Kochs Thomas, der bislang alleine für die Mannschaft gesorgt hat.
Alles hat inzwischen seinen Rhythmus gefunden und die Arbeit geht gut voran. Drücken wir weiter die Daumen, dass das Wetter mitspielt.
realnature.tv – Jens Klimmeck , 18.11.2008


2. Bausaison: Ankunft an der Baustelle Neumayer III

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Endlich „zu Hause“…

…war die einhellige Meinung des Bauteams der neuen Neumayer III Station. vier Tage saßen wir sturmbedingt auf dem „Novo Airfield“ fest. Nun sind wir aber endlich auf Neumayer angekommen und die Erleichterung aller ist deutlich zu spüren.

Die letzte Etappe unserer Reise startete in Südafrika:
Nach einigen vorbereitenden Tagen in Kapstadt mit Flugbesprechungen, Gepäckkontrolle und auch ein wenig Erholung startete am 31.10.2008 unser Flug in die Antarktis. Um 22.30 Uhr saßen wir in der Iljushin. Ein großer russischer Transportflieger der in den Sommermonaten der Südhalbkugel die Luftbrücke in die Antarktis bildet. Die Saison ist gerade einmal vier Monate lang und in dieser Zeit gilt es für alle Antarktisreisende möglichst viel zu erreichen.
Unser Fug ist diesmal „D1“, also der erste Flug der Saison diesen Jahres. Eine Gruppe aus einem Vortrupp von Bauarbeitern der Neumayer III Station, ersten neuen Überwinterern für das nächste Jahr und eben uns, dem Filmteam.
Planmäßig hoben wir in Kapstadt ab. Kurs 180°. Direkt nach Süden.
Ein seltsames Gefühl, wenn man nach sechs Stunden Flug um 4 Uhr Ortszeit aus dem Flugzeug steigt und die Sonne schon hoch am Himmel steht.

Unser Ziel ist erst einmal die russische Airbase Novolazarevskaya, kurz „Novo“. Auf dem Eis wurde eine Start- und Landebahn präpariert und eine kleine Zeltsiedlung bietet die notwendigen Einrichtungen, bei Verzögerungen im Flugverkehr zu den einzelnen Forschungsstationen hier einige Zeit zu verbringen.
Auch unser Transferflug mit kleinen Basler Propellermaschinen nach Neumayer II soll eigentlich sofort nach der Landung auf dem antarktischen Kontinent geschehen.
Doch die Antarktis ist nicht zuletzt wegen ihres extremen Wetters berühmt berüchtigt.
Gutes Wetter am Start- als auch am Zielpunkt ist für einen sicheren Transport zwingend erforderlich. Obwohl auf Novo blauer Himmel und ein laues Lüftchen herrschten meldete Neumayer: “kein Flugwetter“. Es hieß also abwarten. Aus den anfänglichen angekündigten sechs Stunden wurden schnell zwölf. Wir richteten uns also langsam darauf ein auf Novo schlafen zu müssen. Mit gemischten Gefühlen bezogen wir also die zunächst ungeheizten Zelte.
Doch auch am nächsten Tag waren noch keine Flugbedingungen auf Neumayer. Und es kam noch schlimmer. Auch auf Novo wurde Sturm und Schneedrift angesagt.

Es kam wie es kommen musste. Am Abend meldete Neumayer zwar gutes Wetter, aber wir kamen von Novo nicht weg. Es folgten weitere 2 Tage mit Windstärken um 8, Sichtweiten unter zwei Metern, ständig ausfallenden Heizlüftern in sturmgeschüttelten Zelten. Keine Dusche, keine Waschmaschine und ein äußerst zugiges Plumpsklo. Dieser Start erinnerte uns an die letzte Saison, in der das Wetter uns als größter Unsicherheitsfaktor auch einige Sorgen bereitete. Die Stimmung sank rapide.

Doch am 5.11. war es endlich soweit. Wir flogen nach Neumayer II. Der Empfang war euphorisch, waren wir doch die ersten Gäste die die Überwinterer seit acht Monaten sahen.
Nach ausgiebiger Dusche und einem warmen Kaffee fuhren wir dann noch am selben Tag zur fünf Kilometer entfernten Baustelle von Neumayer III. Zur freudigen Überraschung aller waren die Befürchtungen, dass das Baucamp und die Baustelle völlig unter einer weißen Ebene verschwunden sein könnten völlig haltlos. Natürlich waren die Schneeverwehungen erheblich, jedoch war alles noch an Ort und Stelle und relativ gut auszumachen.

Auch in das Innere des Baucamps ist über die letzten stürmischen Monate nur sehr wenig Schnee gelangt. Das Bauteam hat letztes Jahr beim Verlassen der Baustelle offensichtlich ganze Arbeit geleistet und alles bestens wetterfest gemacht.
Sofort wurden die Schaufeln gegriffen und die Pistenbullies angeworfen, um das Camp so schnell wie möglich wieder in Betrieb zu nehmen. Die Generatoren wurden mit Heizsonnen aufgetaut und auch die eigentliche Baustelle wurde einer ersten oberflächlichen Untersuchung unterzogen. Mit ebenfalls positivem Ergebnis.

Diese positiven Nachrichten waren nach den letzten vier Tagen auch dringend nötig für die Motivation und Stimmung des Bauteams. Die Generatoren laufen, der Proviant wurde gebunkert und am Samstag wurde das Baucamp wieder bezogen..

Nun können die eigentlichen Bauarbeiten losgehen. Alle sind guter Stimmung und zuversichtlich, das gesteckte Ziel zu erreichen.


1. Bausaison: Ende des ersten Bauabschnitts – Station und Baucamp sind winterfest

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März, 2008: Immer öfter werden die Arbeiten an der Baustelle Neumayer III von schlechtem Wetter unterbrochen. Der Winter kommt und kündigt sich mit starken Stürmen und immer tiefer sinkenden Temperaturen an. Doch das gute Wetter wurde genutzt, um das Ziel der Saison, die Fertigstellung der Garage zu erreichen.In den bisherigen Bau gelangt man nun nur noch über die riesige Rampenzufahrt oder über eine kleine provisorische Luke im Dach. Die Rampe ist die Zufahrt für die Schneeraupen und andere Fahrzeuge. Die Station selbst betritt man später durch einen Eingang über dem Eis , der direkt in das Treppenhaus führt.
Die Fertigstellung der Garage war ein wichtiger Schritt für die Vorbereitungen auf den Winter. Das Dach und die Seitenverkleidungen schützen den bisherigen Bau vor Sturm und Schneedrift.

Im Inneren kann man inzwischen über zwei Etagen erahnen, wie es in der neuen Forschungs-Station einmal aussehen wird. Die gesamte Elektrik ist bereits verlegt und neben der Garage wurde die Etage U1 fertiggestellt. Hier werden später Versorgungsräume und Werkstätten untergebracht sein. Im Material Lager auf dem Eis wurden die Container zu kleinen Burgen zusammen gestellt. So sollen sie im kommenden antarktischen Frühjahr schneller wieder gefunden werden . Die noch nicht verbauten Stahlträger wurden systematisch zusammen gelegt und mit langen Stangen markiert. Zudem wurde von jedem der kleinen Lager die GPS Position genommen, um im Falle einer Verwehung schnell die richtige Stelle zum Graben zu finden.

Schon der erste Schneesturm hat gezeigt wie schnell das Material durch den Schneedrift verweht wird und die ersten Erfahrungen lassen nur erahnen, wie es bei der Rückkehr der Baumannschaft aussehen wird.

Genau wie die Baustelle muss auch das Baucamp winterfest gemacht werden. Das kleine Containerdorf wird vorübergehend still gelegt und die Fenster mit Blechen verriegelt. Mit dem Abstellen des Diesel Generators ist es, als würde auch das letzte Leben aus dem Camp weichen und vor dem nahenden Winter fliehen.

Schon während der Abreise der Bau Mannschaft sagen die Meteorologen den nächsten schweren Sturm voraus und wir sind alle gespannt in welchem Zustand wir die Baustelle und das Camp im nächsten Jahr vorfinden werden.


1. Bausaison: Entladung der Naja Arctica abgeschlossen – Hoher Besuch an der Baustelle Neumayer III

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Es ist endlich geschafft! Die Naja Arctica ist entladen und somit sind sämtliche Bauteile der Neumayer III Station auf dem Schelfeis der Antarktis angekommen. Eine Erleichterung für alle Beteiligten, denn so oft wurden die Löscharbeiten und damit auch der Bauverlauf von Eisgang und schlechtem Wetter behindert. Die letzten Container wurden in dem Zwischenlager direkt am Nord – Anleger abgestellt und dann von der Nachtschicht über die Traverse zur Baustelle gezogen.

Gegen 23:00 Uhr ertönte dann das Horn des dänischen Frachtschiffes Naja Arctica und langsam schob sich das Heck des Schiffes von der Eiskante weg und verschwand wenig später hinter den Eisbergen am Horizont. Für die Mannschaft geht es nun endlich wieder in die Heimat, einen guten Monat länger als gedacht hat Ihr Aufenthalt in der Antarktis gedauert.
Für eine gelungene Überraschung sorgten die Bewohner der alten Neumayer – Station: Immer mit an der Seite der Baumannschaft und mit helfenden Händen an dem Projekt beteiligt, haben sie in den letzten Wochen mitgefiebert.

Für die letzte Transport-Schicht zwischen der Naja Arctica und der Baustelle Neumayer III haben sie sich etwas besonderes ausgedacht: Sie haben die südlichste Curry Wurst Bude der Welt an der Traverse aufgebaut, um der Baumannschaft so eine Freude zumachen und ihre Anerkennung aussprechen. Zugleich soll diese ausgefallene Idee alle mal wieder auf andere Gedanken bringen, denn die Anspannung ist groß und die nächsten Wochen muss noch viel geschafft werden.Derweil geht der Bau der Station in großen Schritten voran.

Das Stahlfachwerk der Garage ist fast fertig gestellt und die Hydraulik Anlage konnte mit einem mobilen Hydraulik Modul getestet und in Betrieb genommen werden. Die endgültige Anlage wird erst in der kommenden Saison eingebaut.
Wenn das Wetter weiter mitspielt, soll in wenigen Tagen begonnen werden, den ersten Boden einzuziehen. Parallel werden an den Deckenträgern der Garage die ersten Kabelbahnen installiert.
Es wird Zeit, denn die Sonne geht inzwischen wieder unter und jeder Tag wird merklich kürzer und kälter. Nachts gehen die Temperaturen leicht auf unter gefühlte -20°C und die Dämmerung macht den Männern der Nachtschicht die Umstellung des Tages-Rhythmus immer schwerer.

Der Winter kommt in großen Schritten näher, die Sonne hat an Kraft verloren und verschwindet mittlerweile schon für fast vier Stunden unter dem Horizont. Dennoch wir haben Glück mit dem Wetter. Bislang wurden wir von starken Stürmen und Schneedrift verschont.

Bis Anfang der kommenden Woche sagen die Meteorologen keine signifikanten Änderungen voraus und somit sollte dem erfolgreichen Fortschritt des Baus nichts im Wege stehe.
Ein weiteres Ereignis an der Baustelle Neumayer III war auch der Besuch zweier Vertreter der beteiligten Firmen J.H.K. und KAEFER aus Bremerhaven. Herr Kramer und Herr Benken wollten sich selbst einen Überblick des Baugeschehens in der Antarktis machen. Von Bremerhaven aus sind die Umstände, die Probleme aber auch der Fortschritt des Baus nur schwer einzuschätzen. Eine Dienstreise der besonderen Art und viele Anstrengungen, um den kurzen aber wichtigen Blick auf die Baustelle am anderen Ende der Welt zu werfen.


1. Bausaison: Fudamentlegung der Baustelle Neumayer III

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Der angesagte Sturm für das Wochenende hat sich glücklicherweise nur schwach gezeigt. Sechs bis sieben Windstärken mit Schneedrift hüllten die Landschaft und die Baustelle Neumayer III in einen weissen Schleier.

Die Kranarbeiten mussten für 2 Tage eingestellt werden und trotzdem können wir sagen: Glück gehabt! Ende letzter Woche wurden die Fundament-Platten gesetzt und die Hydraulik-Stempel montiert. Diese sind Teil der Hydraulik-Anlage, mit der die Neumayer III Station später den jährlichen Schnee-Zutrag und das Einsinken im Eis ausgleichen soll.
Alles ist nun für das Aufsetzen der Stahlkonstruktion des Daches der Garage vorbereitet. Nach dem guten Fortschritt waren alle besorgt, dass die Baugrube wieder zugeweht wird und die mühevolle Arbeit der Freilegung einmal mehr einige Tage Arbeit und Bauverzögerung bedeuten könnte.

Doch schon heute Nacht konnte die erste Schicht wieder loslegen und die schweren Stahlkonstruktionen vormontieren, so dass sie im Laufe des Tages auf die Fundament-Platten und die Hydraulik-Stempel gesetzt werden können.
Die Naja Arctica hat sich während des Sturms wieder auf das offenen Meer zurück gezogen und wird natürlich versuchen schnellstmöglich zurück an die Schelfeiskante zu kommen. Momentan ist die Anfahrt allerdings noch von schwerem Eisgang und zwei treibenden Eisbergen versperrt.

Die Antarktis hat Ihre eigenen Regeln und immer wieder wird die Baumannschaft vor neue Hürden gestellt. Wenn allerdings gearbeitet werden kann, geht der Bau unglaublich schnell voran und die Vorbereitungen und der Probe Aufbau in Bremerhaven machen sich bemerkbar. Nun bleibt uns zu hoffen, dass die Naja Arctica wieder möglichst schnell an die Schelfeiskante gelangt und parallel zum Aufbau weiter entladen werden kann.


1. Bausaison: Fertigstellung des Fundamenst aus Eis und Schnee in der über 6 Meter tiefen Baugrube

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Ein ungewohntes Bild in der endlosen Weite der Antarktis: In regelmässigen Abständen pendeln die Schneeraupen zwischen dem Nord-Anleger und der Baustelle der Neumayer III Station. Es ist ein ständiger Verkehr auf der gut 24 Kilometer langen Strecke. Rund um die Uhr werden Container und Teile der neuen Forschungs-Station an die Baugrube gebracht.
In Richtung Naja Arctica schlängeln die Gespanne aus Schneeraupen und Schlitten problemlos über das Eis. Zur anderen Seite, in Richtung der Neumayer III Baustelle zerrt die schwere Last an den Schlitten und den Fahrzeugen. Bis zu einem halben Meter sinken die Kufen im Schnee und Eis ein und bremsen die Fahrt auf maximal 10 Stunden-Kilometer ab. Es ist ein wahrer Kraftakt die Baucontainer an den Bestimmungsort zu bringen. Nicht nur für das Material, auch für die Mannschaft, die in zwei Schichten rund um die Uhr arbeitet, um den straffen Zeitplan einzuhalten.

Auf dem Schelfeis, nahe des Anlegeplatzes der Naja Arctica werden die Schneeraupen aus einem Zwischenlager auf dem Eis mit Containern bestückt. Man versucht das eissichere Frachtschiff schnellstmöglich vollständig zu entladen, denn die Zeit drängt und mit dem Februar endet langsam aber sicher der antarktische Sommer.
Während am Baucamp nur noch die letzten Kleinigkeiten erledigt werden, hat der Bau der Neumayer III Station vor Ort erst begonnen. Fünf Tage hat es gedauert, die über sechs Meter tiefe Grube wieder frei zu räumen und den Untergrund auf eine Ebene zu bringen. Schneefall und Drift hatten die längst getane Arbeit in den letzten Wochen inzwischen schon zweimal wieder zunichte gemacht. Doch nun sehen die Wetterbedingungen viel versprechend aus und die Bauarbeiten können endlich beginnen.

Erster Schritt ist es, dass Fundament der Station fertig zu stellen. Dieses wird in diesen Breiten natürlich anders gebaut als in der Heimat, nämlich aus Schnee.
Holzbohlen werden entlang der Längsachse der Station auf einer über Laser gemessenen Höhe verlegt und die Zwischenräume mit einer Schneefräse aufgefüllt. Der feine Schnee ist besonders geeignet, um eine möglichst hohe Festigkeit zu erlangen und der Station damit den nötigen Halt zu geben.

Auf dieses Fundament werden die bis zu 12 Quadratmeter großen Fundament-Platten in der Grube gesetzt und die Stahlkonstruktion für den Unterbau, die Garage errichtet. Bis zu der Schliessung dieser Konstruktion sind die Bauarbeiten noch sehr von den Wetterbedingungen abhängig. Ein Sturm könnte die Grube durch Schneedrift wieder zuwehen und schlechtes Wetter könnte die Bauarbeiten behindern. Für die nächsten Tage sagen die Meteorologen gutes Wetter voraus, allerdings nähert sich zum Wochenende hin ein kleines Sturmtief. Zu hoffen bleibt, dass es nicht stark genug ist, die Grube wieder mit Schnee zu füllen und den Zeitplan zu gefährden.


1. Bausaison: Polarstern brach das Eis – Entladung der Neumayer III Station hat begonnen

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In den frühen Morgenstunden des 16. Januar hat die Polarstern es geschafft und den Weg zum Nordanleger in der Atka-Bucht frei gerammt. Gut eine Woche war das Forschungsschiff im Einsatz, um der Naja Arctica den Weg an die Schelfeiskante zu ermöglichen. Diese transportiert die Bauteile der neuen Forschungs-Station Neumayer III des Alfred-Wegener Instituts und saß seit Mitte Dezember im Meereis der Atka Bucht fest. Für das eissichere Frachtschiff gab es ohne die tatkräftige Unterstützung der Polarstern bisher keine Chance durch das in diesem Jahr ungewöhnlich dicke und geschlossene Meereis an die Schelfeiskante zu gelangen.
Gespannt wurde der Einsatz des Forschungseisbrechers begleitet. Die gesamte Baumannschaft fiebert dem Beginn der Montagearbeiten schon seit Wochen entgegen. Ein Sturm in den letzten Tage hatte die Hoffnungen geweckt, Bewegung in das Eis zu bringen. Dieser war jedoch nicht stark genug, um etwas bewirken zu können. Alle Hoffnung ruhte daher auf der Polarstern und was am Abend des 15. Januar für die Beobachter an der Schelfeiskante noch fast unmöglich schien, wurde in der kommenden Nacht zu einer großen Erlösung für die Verantwortlichen und alle Beteiligten.

Kapitän Pahl hat mit der richtigen Taktik eine breite Schneise vor dem Nordanleger gebrochen und ablandige Winde haben zudem die Eistrümmer und Schollen weitestgehend aus dem Bereich an der Eiskante getrieben. Seine langjährige Erfahrung als Kapitän auf Polarstern und bei der Reederei F. Laeisz waren dabei äußerst vorteilhaft.

Nach langer Ruhe und viel Zeit des Wartens geht nun alles sehr schnell. Was gut einen Monat lang in weiter Ferne lag, ist plötzlich zum Greifen nah: Der Baubeginn der Forschungs-Station Neumayer III.

Die Polarstern verabschiedet sich und macht sich auf den Weg, den Forschungsbetrieb wieder aufzunehmen. Dieser wurde wegen der dringenden Lage in der Atka-Bucht unterbrochen.

Am frühen Nachmittag dreht dann die Naja Arctica in die eisfreie Schneise vor dem Nord-Anleger und wird geschickt längsseits an die gut 12 Meter hohe Schelfeiskante manövriert. Die erste Schicht der Baumannschaft ist schon vor Ort. Detlef Behrends, Projektleiter des Bauvorhabens will keine Zeit verlieren und direkt mit der Entladung beginnen. Ab jetzt wird 24 Stunden gearbeitet, jeder Tag muss bestmöglich genutzt werden.

Gleich zu Beginn der Entladung dann die erste große Herausforderung. Die zwei Baukräne müssen auf die Eiskante gesetzt werden. Niemand hat dies jemals versucht und weiss wie das Eis unter der Last von fast 40 Tonnen reagiert.
Sanft setz der Kranführer der Naja Arctica den Giganten auf eine extra präparierte Mulde auf die Eiskante. Die schwere Last liegt nun mit ihrem ganzen Gewicht auf dem Eis. Aus Sicherheitsgründen bleiben die Trosse zum Kran der Naja Arctica noch befestigt. Über einen längeren Zeitraum wird vermessen ob der Kran sich senkt, ob das Eis möglicherweise nachgibt. Dann die Entwarnung, das Eis hält die enorme Last und es kann weitergehen. Nach gut 4 Stunden ist der erste Kran zusammengebaut und rollt eigenständig in Richtung Baustelle los. Ein eigenwilliger Anblick des riesigen Raupenfahrzeugs in einem Meer von weiss.

Gut 24 Kilometer weiter landeinwärts wurden in den letzten Tagen schon die ersten Vorbereitungen eines möglichen Baubeginns getroffen. Die sechs Meter tiefe Baugrube wurde erneut ausgehoben. Schneedrift hat sie in den vergangenen Wochen schon zweimal wieder zugeweht. Zudem wurde das Fundament des endgültigen Baucamps auf dem Eis gelegt, so dass dieses in den nächsten Tagen aus dem provisorischen Lager bei der alten Neumayer-Station umziehen kann.

Drei Wochen wird die gesamte Entladung dauern, gleichzeitig beginnt aber auch der Bau der Station auf den fliessenden Eismassen der Antarktis.


1. Bausaison: Erste Fortschritte an der Neumayer-Station III

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Eine feste Eisdecke liegt noch immer über der Atka-Bucht und versperrt der Naja Arctica den Weg zum Nordanleger an der Schelfeiskante. In den Ladeluken des eissicheren Frachtschiffes liegen die Teile der neuen Antarktis Station Neumayer III und die Container für das Wohncamp des gut 40 Mann starken Bauteams.

Schon bei der Planung des gigantischen Vorhabens wurden die extremen Wetterverhältnisse des eisigen Kontinents berücksichtigt, um so zum Beispiel auf Ausweichquartiere für die Monteure und Ingenieure zurückgreifen zu können.

Für die Löschung des Großteils der Ladung im Bauch der Naja Arctica muss das Schiff die Schelfeiskante erreichen. Die Stahlteile und Kräne sind für eine Meereis-Entladung einfach zu schwer. Auch die entsprechende Stelle an der Eiskante muss genau bestimmt werden, darf weder zu hoch sein, noch dürfen große Spalten das massive Eis durchziehen.

Steffen Spielke, erster Offizier auf der Polarstern, ist erfahren in diesen Gewässern und begleitet die Naja Arctica als Berater. Er kennt die Besonderheiten und weiß die Eissituation einzuschätzen. Selten hat er Anfang Januar solch eine dichte Eisdecke in der Atka-Bucht gesehen, und er weiss, dass diese nicht von allein verschwindet. Ein starker Sturm muss her und bestmöglich ablandiger Wind, der das Eis auseinander oder ganz aus der Bucht treibt. Selbst Risse würden helfen, Hauptsache, es kommt Bewegung auf.

Doch derzeit zeigt sich die Antarktis von ihrer besten, in diesem Fall zu ruhigen Seite. Die Wettersituation ist beständig wie selten und ausser eines schwachen Sturmausläufers über die Feiertage von gerade einmal 5 Windstärken ist kein Wind in Sicht. Am Abend des 07.01. wird daher von den Projektverantwortlichen des Alfred-Wegener-Instituts beschlossen, das wissenschaftliche Programm der Polarstern zu unterbrechen und das Schiff in die Atka-Bucht zurück zu beordern. Polarstern soll nach ihrer Ankunft, die für den 10. Januar erwartet wird, den Versuch unternehmen, eine Fahrrinne in das Meereis der Atka-Bucht zu brechen und der Naja Arctica so zu ermöglichen, die Schelfeiskante zu erreichen.

Der Großteil des Bautrupps hat die ersten 10 Tage in der südafrikanischen Station SANAE, knapp 200 Kilometer von der alten Neumayer Station entfernt, verbracht. Eine Absprache, die bereits vorher getroffen wurde, um dem Falle einer Verspätung des Schiffes und damit auch der Wohneinrichtungen vorzubeugen. Doch inzwischen sind auf SANAE weitere internationale Forscher angekommen, und der Platz in der Station wird benötigt. So wird der Entschluss gefasst, die Container des Baucamps über eine Meereis-Entladung ins Sommerlager der alten Neumayer Station zu transportieren.

Eberhard Kohlberg und Detlef Behrends machen sich auf den Weg, um ein letztes Mal die Strecke über das Eis zur Naja Arctica zu kontrollieren. Kohlberg ist ein erfahrener Expeditionär, er hat schon zahlreiche Reisen auf den eisigen Kontinent als Arzt begleitet. Behrends ist der Projektleiter des Bauvorhabens Neumayer III und hat bereits am Aufbau der derzeitigen Neumayer-Station in der Antarktis mitgewirkt. Das Eis ist nach wie vor fest und lediglich ein Riss von gut 60 cm liegt zwischen der Neumayer-Station und der Naja Arctica. Kein Problem, um die Container auf großen Schlitten zu transportieren.

Am nächsten Morgen startet die Kolonne von 9 Schneeraupen, um die Unterkünfte schnellstmöglich auf das Schelfeis zu schaffen. Zur gleichen Zeit wird auf der Baustelle der Neumayer-Station III das Fundament des neuen Spurenstoff- Observatoriums gesetzt. Eine Konstruktion aus vier stabilen Stahlfüssen mit Querstreben, auf die später der Container für die Forschungseinrichtung gesetzt wird. Neben der Tankstelle für den Baubetrieb und den Vermessungsarbeiten an der Grube ist dies der erste Bauabschnitt der neuen Forschungsstation des Alfred-Wegener-Institutes.

Trotz einer steifen Brise draußen auf dem Meereis bei der Naja Arctica verläuft die Verladung ohne Probleme und am frühen Nachmittag erreichen die Schneeraupen das Sommerlager der Neumayer-Station. Als Ladung auf den großen Lastenschlitten befinden sich die ersten 16 Container der Neumayer III-Baustelle.

Um das Sommerlager auf dem Ekström-Schelfeis fertig zu stellen, bleiben nur noch wenige Tage. Denn die verbleibende Mannschaft, die bisher auf SANAE untergebracht war, ist inzwischen mit dem südafrikanischen Forschungsschiff “SA Agulhas” auf dem Weg nach Neumayer. Die Errichtung des Sommerlagers ist immense Aufgabe, denn mit den neuen Unterkünften werden fast 80 Personen an der Neumayer-Station leben und versorgt werden müssen. Damit ist das Team dann wieder vereint, und wir hoffen auf einen Wetterwandel und das Aufbrechen des Meereises in der Atka-Bucht.


1. Bausaison: Der Flug in die Antarktis

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Kapstadt, Südafrika. Mit dem zweiten Versuch startet das russische Transportflugzeug vom Typ Ilyuschin vom internationalen Flughafen Kapstadt. Mit an Bord sind Wissenschaftler verschiedener Nationalitäten, aber auch 40 Monteure und Ingenieure aus Deutschland. Ihr Auftrag ist der Aufbau der neuen Forschungs- Station des Alfred-Wegener-Institutes im ewigen Eis, der Neumayer-Station III.Gegenüber den zwei Vorgänger-Stationen wird diese auf den fliessenden Eismassen errichtet. Die 2300 Tonnen Stahl können durch Hydraulik-Stützen angehoben werden, um den jährlichen Schneezutrag auszugleichen. Es ist ein Bauvorhaben der besonderen Art: Die Antarktis hat ihre eigenen Regeln und so oft werden Planungen durch die extremen Wetterverhältnisse durcheinander gebracht.

Die Fahrt zum Flughafen bei 30° mit der Polarkleidung auf dem Arm, das Einchecken mit Destination “Novo” und dann der Einstieg in die russische Ilyuschin: Alles scheint wie ein Traum, denn noch kann sich keiner der Teilnehmer vorstellen in knapp 6 Stunden den Fuß auf das ewige Eis der Antarktis zu setzen. Dann ist es soweit, die Turbinen des Giganten heulen auf und langsam schiebt sich das Flugzeug in die Startposition. Die Nase hebt sich, das Rütteln und Schütteln wird weniger und Kapstadt verschwindet langsam in der Nacht. Zu sehen ist davon allerdings wenig, denn es gibt kaum Fenster und man kann nur erahnen was draussen geschieht.

Zur gleichen Zeit ist das Frachtschiff “Naja Arctica” auf dem Weg in die Atka-Bucht vor dem Schelfeis und bahnt sich ihren Weg durch das nach Süden hin immer dichter werdende Meereis. Unter Deck geladen sind das gesamte Baumaterial der Neumayer-Station III und die Container des Baucamps, in dem die Baumannschaft während der Zeit im Eis leben soll. Doch momentan sind die Eisverhältnisse noch sehr ungünstig. Das für diese Zeit ungewöhnlich dichte Meereis liegt vor der Eiskante der Atka-Bucht und macht eine Durchfahrt selbst für einen Eisbrecher unmöglich.
An eine Meereisentladung ist nicht zu denken, der Großteil der Ladung ist einfach zu schwer und somit muss abgewartet werden bis die Eisdecke aufbricht und “Naja Arctica” an die Schelfeiskante vordringen kann.

Im Bauch der Ilyuschin stellen sich nach fünfeinhalb Stunden Flug so langsam alle auf die Landung auf dem russischen Flugfeld nahe der Forschungs-Station “Novo” ein. Dann geht der Kapitän in den Sinkflug und gegen fünf Uhr morgens landet die Transportmaschine auf der extra präparierten Landebahn aus Eis. Jeder ist fasziniert von dem ersten Anblick der Wüste aus Eis, der klaren Luft und dem schier unendlich wirkenden Blick in die Weite.

Doch dafür bleibt jetzt keine Zeit: Alle helfen mit, die Maschine zu entladen, und dann geht es mit kleineren Propeller-Maschinen auch zügig weiter. Für die Zeit, bis die “Naja Arctica” ihr Ziel erreicht hat, wird der Bautrupp in der Südafrikanischen Station SANAE untergebracht. Eine kleine Gruppe der Projektleitung reist weiter zur Neumayer-Station, um dort besser agieren zu können und die bisherigen Vorbereitungen für den Bau zu begutachten.