Archiv der Kategorie 'Neumayer III'
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Die letzten Tage vor der Eröffnung am 20. Februar waren noch einmal hektisch und unruhig. Insbesondere der Rücktransport der Baucontainer der Baucontainer und Fahrzeuge stand im Mittelpunkt des Geschehens. Das russische Frachtschiff Ivan Papanin musste sich schon einige Male wieder von der Schelfeiskante der Atka-Bucht entfernen, weil zu starker Eisgang oder zu hohe Wellen das Schiff gegen die Eiskante hätten drücken können. Doch nun prophezeit eine kurze Gutwetter Periode endlich das Ende und den Abschluss der Ladearbeiten und damit auch das Ende des Einsatzes der Baumannschaft der Neumayer-Station III.
Zugleich bedeutet das gute Wetter auch, dass die Gäste der Eröffnungsfeier der Station ungehindert anreisen und an den Feierlichkeiten teilhaben können. Dieses Ereignis hat hier vor Ort schon seit einigen Tagen für viele Turbulenzen gesorgt. Die Eröffnung soll gleichermassen der Station etwas ganz besonderes sein, und so wurde die Messlatte sehr hoch gesteckt. Während der offiziellen Eröffnung durch Frau Ministerin Schavan in Berlin, soll eine Live-Übertragung aus der Antarktis die entsprechenden Bilder aus dem ewigen Eis liefern.
Mehrere Testläufe waren nötig, um die Übertragung möglich zu machen und zeitgleich wurde noch ein zweites System für die Live-Übertragung ins deutsche Fernsehen installiert. Am Nachmittag des 19. Februars erreichten die nationalen und internationalen Gäste der Eröffnungsfeier nach einer langen Anreise über Kapstadt dann endlich die Neumayer-Station III.
Der Empfang war herzlich und die Gäste wurden nach der Ankunft erst einmal durch die Station geführt. Der Stationskoch Tamer Kazanc und sein Kollege Mike Fröhlich von Neumayer II hatten seit den frühen Morgenstunden sämtliche Pfannen und Töpfe geschwungen und ein beeindruckendes Buffet gezaubert.
Nachdem alle ihre Zimmer in der zweiten Etage der Station bezogen hatten wurde mit einigen begrüßenden Worten das Buffet eröffnet und der Abend zusammen gefeiert. Es folgten weitere Reden und die Präsentübergabe an alle Beteiligten des Baus durch die Direktorin des Alfred-Wegener-Institutes, Frau Dr. Prof. Karin Lochte.
Der Morgen des 20. Februars begann sehr früh. Bereits um 6:30 Uhr hatte das Morgenmagazin eine erste Liveschalte angefordert und dies bedeutete 5:30 Uhr unserer Zeit hier in der Antarktis.
Die offizielle Eröffnung durch Frau Ministerin Schavan und die damit verbundene Übertragung nach Berlin begann pünktlich um 11:30 Uhr UTC und verlief ohne Probleme. Alle Anwesenden in der Antarktis konnten den Live-Ton aus dem Festsaal und die dort anwesenden unsere Bilder und Töne von der Neumayer-Station III mit verfolgen. Bei den feierlichen Worten zur Eröffnung der Station brach ein großer Jubel auf beiden Seiten aus und somit war die Neumayer-Station III offiziell eröffnet.
Für die Gäste der Feierlichkeit in der Antarktis ging dann alles sehr schnell. Die Meteorologen prognostizierten schlechtes Wetter für den Transfer Flughafen Novo, von wo aus das Transportflugzeug nach Kapstadt startet. Somit ging der Abschied sehr schnell und schon am Nachmittag zog eine bislang ungewohnte Ruhe in die Gänge der Neumayer-Station III ein.
Das Wetter auf Novo zog leider ebenfalls zügiger auf, als gedacht, und so konnten die Reisenden vor ihrem Abschied von der Antarktis noch einmal die russische Gastfreundschaft erleben. Inzwischen sind aber alle wieder unbeschadet in Kapstadt gelandet und werden von diesem besonderen Erlebnis sicherlich einiges zu erzählen haben.
Hier auf der Neumayer-Station III ist inzwischen Ruhe eingekehrt, die letzten Labore werden eingerichtet und die Überwinterer bereiten sich und ihr Zuhause auf die kommenden 9 kalten und langen Monate vor.
Auch die letzte Woche hat wieder viele Veränderungen und einen großen Fortschritt in Richtung der Eröffnung der Neumayer-Station III gebracht.
Die groben Bauarbeiten sind nun endgültig abgeschlossen und ein Teil des Bauteams konnte die Antarktis gen Heimat verlassen. Nach 3 Monaten intensiver Arbeit, wurde am 11. Februar ein 30 Mann starker Trupp über die NOVO Airbase nach Kapstadt ausgeflogen. In der Zwischenzeit müssten die Männer schon wieder bei ihren Familien in Deutschland angekommen sein und werden erstmal eine verdiente Arbeitspause einlegen und ihre freien Tage genießen. Es sei ihnen nach der Arbeit unter den schwierigen Bedingungen der Antarktis mehr als vergönnt. ‘Die Bauarbeiten an der Neumayer-Station III sind in den letzten Zügen’ weiterlesen
Die stürmische Zeit an der Baustelle Neumayer III ist vorerst vorbei, und die letzten Tage waren freundlich und die Aussen- wie Innenarbeiten konnten zügig weitergehen.Es gibt viele erfreuliche Ereignisse zu vermerken. Die ersten Systeme konnten von der Bauaufsicht und dem Bauherren abgenommen werden.
Nachdem der zweite Testlauf der Hydraulikanlage erfolgreich verlaufen ist und die Station um einen weiteren Zentimeter angehoben wurde, konnte das Abnahmeprotokoll unterzeichnet werden. Ein großer Schritt für die Station und ihre Zukunft über dem Eis des Ekström Schelfeises.
Auch weitere wichtige Bauteile des Gesamtkomplexes konnten montiert und fertig gestellt werden. Die Windkraftanlage wurde mit der Gondel samt ihrer Rotorblätter bestückt, verkabelt und angeschlossen. Und inzwischen drehen sich die Rotoren und produzieren fleissig Energie.Diese wird direkt in das Stationsnetz eingespeist.
Vorraussetzung hierfür war die Inbetriebnahme der Dieselgeneratoren, die nach einigen vorbereitenden Arbeiten gestartet werden konnten. Die Ölstände wurden gemessen, die letzten Kabel in den Schaltschränken angeschlossen, alle Alarm- und Notsignale überprüft und die Software der Energiezentrale eingerichtet.
Beim Start des ersten Generators warteten alle Anwesenden in der Kraftzentrale der Station gespannt, ob die Einspeisung von Strom ins Stationsnetz funktioniert und das Licht im Raum nach ein paar Minuten Dunkelheit wieder anspringen würde. Es wurde Licht, und dieses Ereignis mit viel Applaus gefeiert.
Seit diesem Zeitpunkt kann sich die Neumayer-Station III selbst mit Strom versorgen, und der Baugenerator konnte zum ersten Mal seit Beginn der Baumaßnahme abgeschaltet werden.
Auch die verschiedenen Wissenschaftler haben die Stromversorgung ihrer Labore und Observatorien mit viel Freude aufgenommen und sich sofort an die Arbeit gemacht, alle Messinstrumente und Computer anzuschließen. Zwar ist noch keine der Forschungseinrichtungen im offiziellen Betrieb, doch es wird nicht mehr lange dauern, bis der Umzug von der alten Neumayer-Station abgeschlossen sein wird und die ersten Datenpakete per Internetleitung bzw. über Satellit die neue Station verlassen.
Hierfür wurde auch die Verbindung zur Aussenwelt, das Radom mit der großen Satellitenantenne umgezogen. Es befindet sich jetzt in ca. 100 Meter Entfernung auf der Nordwest Seite der Station. Alle Kommunikationstechniker arbeiten auf Hochtouren. Die Standleitung nach Bremerhaven wurde schon wieder in Betrieb genommen, soll aber noch erweitert werden. Ausserdem werden Netzwerke und Server eingerichtet, damit die Kommunikation hier vor Ort, zwischen den Aufenthaltsräumen, den Laboren, Observatorien und Messfeldern gut funktioniert.
Ohne Wasser wäre die Station selbstverständlich nicht zu betreiben, aber fließend Wasser gibt es nun mal nicht in der Antarktis. Dafür ein weiteres, altbewährtes aber wichtiges System, die Gewinnung von Wasser in der Schneeschmelze. Auch sie wurde fertig gestellt, mühsam gesäubert und mit der ersten Ladung Schnee befüllt. Wärme wird zugeführt und schon füllen die ersten hundert Liter Schmelzwasser die Rohre der Station. Langsam steigt der Pegel im kompletten Rohrsystem und in den nächsten Tagen ist damit zu rechnen, dass Wasser zur freien Verfügung bereitgestellt werden kann.
Dann kann die Küche ihnen Dienst aufnehmen, und die Toiletten und Waschräume sind bereit für den Einzug der ersten Gäste und Bewohner. Wir alle schauen optimistisch diesem Tag entgegen und freuen uns auf die Bevölkerung von Neumayer III.


