Tag-Archiv für 'Baustelle'

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Die Station Neumayer III nimmt Form an.

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Das Ergebnis der Bauarbeiten ist nicht zu übersehen: Aus den einzeln, aus dem Eis ragenden Stahlstützen haben die Monteure in den letzten Tagen das Stahlskelett der neuen deutschen Forschungsstation geschaffen. Die großen Fachwerke sind eingesetzt und mit etlichen kleineren Stahlverstrebungen zu einem stabilen Ganzen zusammengesetzt worden. Vorgestern wurde dann das letzte Teil des Grundgerüstes eingesetzt, so dass die massiven Schrauben festgezogen werden konnten und nun den stabilen Halt der ganzen Station sicherstellen.
Aber auch die spätere Hauptader der Station wurde schon errichtet – der Treppenschacht, der die Garage im Eis mit der eigentlichen Station bis in eine Höhe von knapp 30 Metern verbindet. Der Schacht, bestehend aus zwei, jeweils vier Containern hohen Türmen, beherbergt eine Metalltreppe sowie später den hydraulischen Aufzug, um auch schweres Gerät in die Station befördern zu können.

Die Station selbst, wird aus vorgefertigten Container-Elementen zusammengesetzt und später mit einer isolierenden Außenfassade versehen. Die „Zulieferer” hier an der Baustelle – die Fahrer der Bagger, Kräne und Pistenbullies – sind nun mit Hochdruck dabei, eben diese Containermodule aus dem Schnee und Eis des vergangenen Winters zu befreien. Dazu müssen in manchen Fällen erst die genauen Koordinaten der Container mittels GPS ermittelt werden, bevor dann mit den großen Schneeschiebern der Pistenbullies und dem Schaufelbagger die einzelnen Module freigelegt werden können. Der Transport zur Station erfolgt dann auf riesigen Stahlschlitten, die von den Kränen bestückt und den Pistenbullies an ihr Ziel gezogen werden.

Aber nicht nur der Verkehr auf der Baustelle nimmt sichtbar zu. Auch das Leben im Baucamp ist wieder in vollem Gange. Der letzte Teil des Bautrupps ist am Samstag eingeflogen worden. Zu den Mahlzeiten sind die Tischreihen der Messe nun gut gefüllt und auch nach Feierabend merkt man es: Das Baucamp lebt wieder. Das zeigt sich auch an den Tücken des Alltags. Die Pumpe, der Camp eigenen Kläranlage, hat versucht den Dienst zu quittieren. Doch der beherzte Einsatz von Peter, dem Haustechniker hat dafür gesorgt, dass sie ihren Dienst auch weiterhin verrichtet und die Monteure nach getaner Arbeit unter die verdiente, heiße Dusche können.

Und es sind nicht mehr nur die Monteure draußen auf der Baustelle. Der Aufbau der Hydraulikanlage im Keller der Station ist schon soweit fortgeschritten, das bald auch Programmierkünste gefragt sind. Neumayer III bedeutet immerhin auch, dass 2300 Tonnen Gewicht durch 16 hydraulische Stelzen immer wieder auf das zunehmende Höhenniveau der Schneedecke angehoben werden müssen. Das dazu notwendige Steuerprogramm wird direkt vor Ort eingerichtet. Am Ende werden ungefähr 20.000 Zeilen Computercode die Druckverhältnisse der so genannten „Bipoden” messen und die Hydraulikanlage steuern. Damit wird die Technik der Neumayer III Station dem entgegenwirken, was anderen Stationen hier in der Antarktis vorher passiert ist – nämlich über die Jahre im Eis zu versinken. Neumayer II liegt heute, 16 Jahre nach ebenerdiger Eröffnung, gut 15 Meter unterhalb der Schneedecke. Neumayer III wird auch in 25 Jahren noch oben auf sein.

Die zweite Bausaison Neumayer III geht in die dritte Woche, das Wetter spielt mit und die Arbeiten verlaufen nach Plan. Mehr davon in Woche vier.


Die Station Neumayer III wächst!

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Ekström-Schelfeis, Antarktis, 70° 40,8′ Süd 008°16,2′ West

Die Neumayer III Station entsteht.
Was anfänglich zäh begann geht nun mit Riesenschritten voran. Das Baucamp wurde innerhalb von anderthalb Tagen bezugsfertig gemacht, die Rampe der Baustelle geöffnet und die Kräne freigelegt.Unter schwersten Bedingungen und viel Handarbeit haben die Monteure die Stahlfachwerke und Container von Schneemassen befreit , ausgegraben und an die eigentliche Baustelle transportiert. Dort wurde das Baumaterial vorausschauend gelagert, so dass die Teile je nach Bedarf in der richtigen Reihenfolge bereit liegen.
Bis zu 5 Tonnen Gewichtsunterschied zeigten die Gewichtsmesser in den Kränen nach Befreiung der Fachwerke von Schnee und Eis an. Eine schweißtreibende und anstrengende Arbeit, die die Mannschaft an den Rand ihrer körperlichen Kräfte und diverse Schaufeln zum Brechen brachte. Sie hatten der Festigkeit des über 8 Monate immer wieder komprimierten und neu überfrorenen Schnees einfach nicht genug entgegen zu setzen.

Besonders in der Nachtschicht führte diese Tätigkeit in Verbindung mit gefühlten Temperaturen (Windchill) bis zu -35° zu vereisten Augenbrauen und äußerst roten Nasen der Arbeiter. Am Tage ist es zwar nicht ganz so kalt, jedoch hat auch die Tagschicht mit Problemen zu kämpfen. Die kraftvolle Sonne hinterlässt innerhalb von kürzester Zeit eine besorgniserregende Gesichtsbräunung, für die man selbst im Äquatorraum einen ausgedehnten Urlaub benötigen würde. Auch die erste leichte Verletzung ist zu beklagen. Durch die Kälte und den ständigen Zug sind die Muskeln verspannt und einen der Bauarbeiter ereilte ein Hexenschuss.

Ansonsten wirkt die Baustelle gerade wie ein Ameisenhaufen. Aus allen Richtungen kommen Rufe, Hammerschläge und die Flex kreischt in hellen Tönen. Die Funkgeräte steuern ihr ständiges Quäken zu der normalen Geräuschkulisse bei, die auf einer betriebsamen Baustelle herrscht.

Im Keller hat der Innenausbau begonnen. Stromleitungen werden gezogen, die Wasser- und Lüftungsrohre verlegt. Für die Schweißer wurde ein Raum eingeheizt, in dem sie Ihre benötigten Arbeitsmaterialen auf Betriebstemperatur bringen können. Ansonsten müssten sie jedes Teil stundenlang mit Gasbrennern vorwärmen. Ein Aufwand für den hier keiner Zeit hat.

Auch über dem Eis ist nun endlich etwas zu erkennen, nachdem die viele Arbeit des letzten Jahres ernüchternd versteckt blieb. Die 24 Stahlstützen der oberen Stockwerke stehen und werden gerade mit den Stahlfachwerken verbunden. Glücklicherweise ist der Wind uns einigermaßen wohl gesonnen und überschreitet nur kurzweilig die magische 10 Meter pro Sekunde Grenze, bei der die Kranarbeiten eingestellt werden müssen. Es wäre zu gefährlich bei diesen Windgeschwindigkeiten die riesigen Fachwerke anzuheben. Sie könnten unkontrolliert am Kran drehen und im schlimmsten Fall verrutschen und zu riesigen Geschossen werden.

Mittlerweile ist das Bauteam auch um weitere 14 Mann angewachsen, denn die Basler Propellermaschinen erledigen zuverlässig ihre Transportdienste zwischen dem russischen Transferflughafen Novo und Neumayer II. Ein warmer Empfang wurde den Nachzüglern bereitet und dieser war auch bitter nötig. Nachts um 0:30 Uhr bei -23°C setzte die Basler auf dem Flugfeld von Neumayer II auf. Mit in der Gruppe der Neuankömmlinge ist auch die Unterstützung des Kochs Thomas, der bislang alleine für die Mannschaft gesorgt hat.
Alles hat inzwischen seinen Rhythmus gefunden und die Arbeit geht gut voran. Drücken wir weiter die Daumen, dass das Wetter mitspielt.
realnature.tv – Jens Klimmeck , 18.11.2008


2. Bausaison: Ankunft an der Baustelle Neumayer III

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Endlich „zu Hause“…

…war die einhellige Meinung des Bauteams der neuen Neumayer III Station. vier Tage saßen wir sturmbedingt auf dem „Novo Airfield“ fest. Nun sind wir aber endlich auf Neumayer angekommen und die Erleichterung aller ist deutlich zu spüren.

Die letzte Etappe unserer Reise startete in Südafrika:
Nach einigen vorbereitenden Tagen in Kapstadt mit Flugbesprechungen, Gepäckkontrolle und auch ein wenig Erholung startete am 31.10.2008 unser Flug in die Antarktis. Um 22.30 Uhr saßen wir in der Iljushin. Ein großer russischer Transportflieger der in den Sommermonaten der Südhalbkugel die Luftbrücke in die Antarktis bildet. Die Saison ist gerade einmal vier Monate lang und in dieser Zeit gilt es für alle Antarktisreisende möglichst viel zu erreichen.
Unser Fug ist diesmal „D1“, also der erste Flug der Saison diesen Jahres. Eine Gruppe aus einem Vortrupp von Bauarbeitern der Neumayer III Station, ersten neuen Überwinterern für das nächste Jahr und eben uns, dem Filmteam.
Planmäßig hoben wir in Kapstadt ab. Kurs 180°. Direkt nach Süden.
Ein seltsames Gefühl, wenn man nach sechs Stunden Flug um 4 Uhr Ortszeit aus dem Flugzeug steigt und die Sonne schon hoch am Himmel steht.

Unser Ziel ist erst einmal die russische Airbase Novolazarevskaya, kurz „Novo“. Auf dem Eis wurde eine Start- und Landebahn präpariert und eine kleine Zeltsiedlung bietet die notwendigen Einrichtungen, bei Verzögerungen im Flugverkehr zu den einzelnen Forschungsstationen hier einige Zeit zu verbringen.
Auch unser Transferflug mit kleinen Basler Propellermaschinen nach Neumayer II soll eigentlich sofort nach der Landung auf dem antarktischen Kontinent geschehen.
Doch die Antarktis ist nicht zuletzt wegen ihres extremen Wetters berühmt berüchtigt.
Gutes Wetter am Start- als auch am Zielpunkt ist für einen sicheren Transport zwingend erforderlich. Obwohl auf Novo blauer Himmel und ein laues Lüftchen herrschten meldete Neumayer: “kein Flugwetter“. Es hieß also abwarten. Aus den anfänglichen angekündigten sechs Stunden wurden schnell zwölf. Wir richteten uns also langsam darauf ein auf Novo schlafen zu müssen. Mit gemischten Gefühlen bezogen wir also die zunächst ungeheizten Zelte.
Doch auch am nächsten Tag waren noch keine Flugbedingungen auf Neumayer. Und es kam noch schlimmer. Auch auf Novo wurde Sturm und Schneedrift angesagt.

Es kam wie es kommen musste. Am Abend meldete Neumayer zwar gutes Wetter, aber wir kamen von Novo nicht weg. Es folgten weitere 2 Tage mit Windstärken um 8, Sichtweiten unter zwei Metern, ständig ausfallenden Heizlüftern in sturmgeschüttelten Zelten. Keine Dusche, keine Waschmaschine und ein äußerst zugiges Plumpsklo. Dieser Start erinnerte uns an die letzte Saison, in der das Wetter uns als größter Unsicherheitsfaktor auch einige Sorgen bereitete. Die Stimmung sank rapide.

Doch am 5.11. war es endlich soweit. Wir flogen nach Neumayer II. Der Empfang war euphorisch, waren wir doch die ersten Gäste die die Überwinterer seit acht Monaten sahen.
Nach ausgiebiger Dusche und einem warmen Kaffee fuhren wir dann noch am selben Tag zur fünf Kilometer entfernten Baustelle von Neumayer III. Zur freudigen Überraschung aller waren die Befürchtungen, dass das Baucamp und die Baustelle völlig unter einer weißen Ebene verschwunden sein könnten völlig haltlos. Natürlich waren die Schneeverwehungen erheblich, jedoch war alles noch an Ort und Stelle und relativ gut auszumachen.

Auch in das Innere des Baucamps ist über die letzten stürmischen Monate nur sehr wenig Schnee gelangt. Das Bauteam hat letztes Jahr beim Verlassen der Baustelle offensichtlich ganze Arbeit geleistet und alles bestens wetterfest gemacht.
Sofort wurden die Schaufeln gegriffen und die Pistenbullies angeworfen, um das Camp so schnell wie möglich wieder in Betrieb zu nehmen. Die Generatoren wurden mit Heizsonnen aufgetaut und auch die eigentliche Baustelle wurde einer ersten oberflächlichen Untersuchung unterzogen. Mit ebenfalls positivem Ergebnis.

Diese positiven Nachrichten waren nach den letzten vier Tagen auch dringend nötig für die Motivation und Stimmung des Bauteams. Die Generatoren laufen, der Proviant wurde gebunkert und am Samstag wurde das Baucamp wieder bezogen..

Nun können die eigentlichen Bauarbeiten losgehen. Alle sind guter Stimmung und zuversichtlich, das gesteckte Ziel zu erreichen.


1. Bausaison: Fudamentlegung der Baustelle Neumayer III

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Der angesagte Sturm für das Wochenende hat sich glücklicherweise nur schwach gezeigt. Sechs bis sieben Windstärken mit Schneedrift hüllten die Landschaft und die Baustelle Neumayer III in einen weissen Schleier.

Die Kranarbeiten mussten für 2 Tage eingestellt werden und trotzdem können wir sagen: Glück gehabt! Ende letzter Woche wurden die Fundament-Platten gesetzt und die Hydraulik-Stempel montiert. Diese sind Teil der Hydraulik-Anlage, mit der die Neumayer III Station später den jährlichen Schnee-Zutrag und das Einsinken im Eis ausgleichen soll.
Alles ist nun für das Aufsetzen der Stahlkonstruktion des Daches der Garage vorbereitet. Nach dem guten Fortschritt waren alle besorgt, dass die Baugrube wieder zugeweht wird und die mühevolle Arbeit der Freilegung einmal mehr einige Tage Arbeit und Bauverzögerung bedeuten könnte.

Doch schon heute Nacht konnte die erste Schicht wieder loslegen und die schweren Stahlkonstruktionen vormontieren, so dass sie im Laufe des Tages auf die Fundament-Platten und die Hydraulik-Stempel gesetzt werden können.
Die Naja Arctica hat sich während des Sturms wieder auf das offenen Meer zurück gezogen und wird natürlich versuchen schnellstmöglich zurück an die Schelfeiskante zu kommen. Momentan ist die Anfahrt allerdings noch von schwerem Eisgang und zwei treibenden Eisbergen versperrt.

Die Antarktis hat Ihre eigenen Regeln und immer wieder wird die Baumannschaft vor neue Hürden gestellt. Wenn allerdings gearbeitet werden kann, geht der Bau unglaublich schnell voran und die Vorbereitungen und der Probe Aufbau in Bremerhaven machen sich bemerkbar. Nun bleibt uns zu hoffen, dass die Naja Arctica wieder möglichst schnell an die Schelfeiskante gelangt und parallel zum Aufbau weiter entladen werden kann.